Scliuc har dt. Kroolisclie Studien IY.
in
Kreolische Studien.
Von
Hugo Sehuchardt,
corr. Mitgliedo der kais. Akademie der Wissenschaften.
IV.
Uober (las Malaiospanische der Philippinen.
Die spanische Sprache hat auf den Philippinen eine weit
weniger glänzende Bahn durchlaufen als im mittleren und südlichen
Amerika. Von der der spanischen Krone wirklich unterworfenen
Bevölkerung spricht, koch gerechnet, der vierzigste
Theil spanisch; 1 in den beiden Provinzen, in welchen das
spanische Element am stärksten vertreten ist, nämlich Manila
und Cavite, etwa der siebente und achte Theil. 2 In der Provinz
Zamboanga (auf Mindanao) allerdings von 11.600 Einwohnern
(unter denen nur 50 Spanier und Kreolen), nicht weniger als
7400. 3 Allein hier haben besondere Umstände gewaltet: es
1 Es sind diese Angaben der ,Studie zur Bevöllcerungs-Statistik der Philippinen
I‘ von Ferdinand Bluraentritt (Globus XLI, S. 343—345) entnommen,
wo man die genaueren Zahlennachweise (aus dem Jahre 1870)
und einschlägige allgemeine Bemerkungen finden wird.
2 Auf der im Eingänge der Bai von Manila liegenden Insel del Corregidor,
welche einen besonderen District bildet, sind sogar drei Viertel der
Bewohner des Spanischen mächtig, obwohl sich unter ihnen kaum ein
oder zwei Spanier oder Kreolen finden. Freilich beträgt die Gesammtzahl
nur 500 (nach llev. de Esp. LXXXVI [1882], 420 hingegen 800,
worunter 117 Deportirte und 27 Seesoldaten-, offenbar ist in der Zählung
von 1870 die flottirende weisse Bevölkerung zu der Provinz Manila
gerechnet).
3 In der Sprachenübersicht bei F. Jagor, Reisen in den Philippinen S. 43 f.
wird das Spanische als landesübliche Sprache, von Manila, Cavite und
Zamboanga abgesehen, nur noch für den District Cottabatö (auf Mindanao)
angeführt. Blumentritt hat hier, an Stelle der Zahl der Spanischredenden,
ein Fragezeichen, und wie er mir schriftlich mittheilt, wird
bei 50 Spaniern, über 1500 Indiern und über 200 Chinesen (1870) die