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Zingerle.
Jahres. 1 Durch Kauf oder Schenkung mag unsere Hs. in
dessen Besitz gelangt sein, denn angefertigt wurde sie für Jörg
von Gufidaun, dessen Name und Wappen in der das alte Passional
enthaltenden eingetragen sind. Ersterer fehlt zwar hier,
doch findet sich der Wappenschild der späteren Gufidauner
(drei Querfelder in den Farben schwarz, weiss und roth) zu
Leiden Seiten der ersten grossen schwarz-rothen Initiale angebracht;
ebenso stimmen Schriftzüge und Schreibweise, überhaupt
die ganze Ausstattung zur andern, so dass über die Zugehörigkeit
kein Zweifel obwaltet. Wir haben den zweiten Theil der
für diesen Herrn bestimmten Legendensammlung vor uns.
An die Spitze gestellt ist ein noch unbekanntes Gedicht
vom Advent Christi (Bl. l a —10’’). Daran reiht sich dann der
Prolog zum dritten Buche des Passionais, samrat einer Anzahl
der darauf folgenden Legenden; bei der vom heiligen Gregorius,
und zwar mitten im Texte nach dem Verse ich sag dir pei den
hidden dein (s. Köpke 203, 24) brach der Schreiber, indem er
den noch übrigen Raum von Bl. 128 il , d. i. sieben Zeilen, und die
ganze Spalte b frei liess, ab und setzte mit dem Buche der
Märtyrer (Legende vom heiligen Ambrosius) ein, weshalb wir
annehmen müssen, dass er eine unvollständige, nur bis dahin
reichende Vorlage des ersteren Legendenwerkes hatte, wenn
nicht schon seinem Vorgänger die Vereinigung beider Sammlungen
beizulegen ist, was ich im Hinblick auf manche Erscheinungen
für wahrscheinlicher halte. Mag nun der eine oder
der andere Schreiber Urheber der Verbindung beider Dichtungen
sein, er begnügte sich nicht damit, die fehlende Partie
des Passionais bis zum Schlüsse des kirchlichen Jahres aus der
zweiten Sammlung zu ergänzen, sondern schaltete gleich vom
Anfänge an die Geschichten jener Heiligen, welche das Passional
nicht kennt, an den Stellen, welche ihnen der kalendarischen
Anordnung gemäss zukommen, ein: so zwischen
St. Stefan (26. Dec.) und St. Thomas (29. Dec.) die Legende
von den unschuldigen Kindern (28. Dec.), zwischen St. Remigius
(13. Jan.) und St. Felix (14. Jan.) die von sand liylario (14. Jan.),
zwischen St. Vincenz (22. Jan.) und St. Julian (27. Jan.) die von
sand, policarpus (26. Jan.), endlich zwischen St. Julian und
! S. Sinnaeher, Beiträge VII, S. 112 ff.