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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 105. Band, (Jahrgang 1844)

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Zingerle.

Jahres. 1  Durch  Kauf  oder  Schenkung  mag  unsere  Hs.  in
dessen  Besitz  gelangt  sein,  denn  angefertigt  wurde  sie  für  Jörg
von  Gufidaun,  dessen  Name  und  Wappen  in  der  das  alte  Passional
  enthaltenden  eingetragen  sind.  Ersterer  fehlt  zwar  hier,
doch  findet  sich  der  Wappenschild  der  späteren  Gufidauner
(drei  Querfelder  in  den  Farben  schwarz,  weiss  und  roth)  zu
Leiden  Seiten  der  ersten  grossen  schwarz-rothen  Initiale  angebracht; ­
  ebenso  stimmen  Schriftzüge  und  Schreibweise,  überhaupt
die  ganze  Ausstattung  zur  andern,  so  dass  über  die  Zugehörigkeit ­
  kein  Zweifel  obwaltet.  Wir  haben  den  zweiten  Theil  der
für  diesen  Herrn  bestimmten  Legendensammlung  vor  uns.
An  die  Spitze  gestellt  ist  ein  noch  unbekanntes  Gedicht
vom  Advent  Christi  (Bl.  l a —10’’).  Daran  reiht  sich  dann  der
Prolog  zum  dritten  Buche  des  Passionais,  samrat  einer  Anzahl
der  darauf  folgenden  Legenden;  bei  der  vom  heiligen  Gregorius,
und  zwar  mitten  im  Texte  nach  dem  Verse  ich  sag  dir  pei  den
hidden  dein  (s.  Köpke  203,  24)  brach  der  Schreiber,  indem  er
den  noch  übrigen  Raum  von  Bl.  128 il ,  d.  i.  sieben  Zeilen,  und  die
ganze  Spalte  b  frei  liess,  ab  und  setzte  mit  dem  Buche  der
Märtyrer  (Legende  vom  heiligen  Ambrosius)  ein,  weshalb  wir
annehmen  müssen,  dass  er  eine  unvollständige,  nur  bis  dahin
reichende  Vorlage  des  ersteren  Legendenwerkes  hatte,  wenn
nicht  schon  seinem  Vorgänger  die  Vereinigung  beider  Sammlungen ­
  beizulegen  ist,  was  ich  im  Hinblick  auf  manche  Erscheinungen ­
  für  wahrscheinlicher  halte.  Mag  nun  der  eine  oder
der  andere  Schreiber  Urheber  der  Verbindung  beider  Dichtungen ­
  sein,  er  begnügte  sich  nicht  damit,  die  fehlende  Partie
des  Passionais  bis  zum  Schlüsse  des  kirchlichen  Jahres  aus  der
zweiten  Sammlung  zu  ergänzen,  sondern  schaltete  gleich  vom
Anfänge  an  die  Geschichten  jener  Heiligen,  welche  das  Passional
  nicht  kennt,  an  den  Stellen,  welche  ihnen  der  kalendarischen ­
  Anordnung  gemäss  zukommen,  ein:  so  zwischen
St.  Stefan  (26.  Dec.)  und  St.  Thomas  (29.  Dec.)  die  Legende
von  den  unschuldigen  Kindern  (28.  Dec.),  zwischen  St.  Remigius
(13.  Jan.)  und  St.  Felix  (14.  Jan.)  die  von  sand  liylario  (14.  Jan.),
zwischen  St.  Vincenz  (22.  Jan.)  und  St.  Julian  (27.  Jan.)  die  von
sand,  policarpus  (26.  Jan.),  endlich  zwischen  St.  Julian  und

!  S.  Sinnaeher,  Beiträge  VII,  S.  112  ff.
            
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