Full text: Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 140. Band, (Jahrgang 1899)

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VII. Abhandlung: Nöldeke. 
liehen dem des Nahhäs folgt, und mancherlei alte Varianten. 
Vielleicht gelingt es noch dereinst, die Texte der alten Auto 
ritäten wie Abu ‘Obaida und Asma'l annähernd festzustellen. 
Ganz ist das jetzt nicht einmal hei Zuhair’s Mo'allaqa möglich, 
für die wir doch eine reiche Ueberlieferung haben, geschweige 
für die des 'Amr und Härith. Wenn wir aber einmal so weit 
kommen sollten, werden wir uns dabei auch bescheiden müssen. 
Im Einzelnen können wir oft mit mehr oder weniger Sicher 
heit sagen: ,die Lesart ist besser als jene'; ,das ist ursprünglich, 
jenes nicht'; aber durch ein eklektisches Verfahren eine dem 
Urtext sehr ähnliche Gesammtgestalt erreichen zu wollen, würde 
zu rein subjectiver Willkür führen. Wir erhielten dann statt 
relativ guter und bezeugter Texte solche, die nie und nirgends 
bestanden haben. 1 So ist es denn auch mit der Anzahl und 
Anordnung der Verse. Diese schwanken bei einigen Mo'allaqät 
sehr wenig, bei anderen stark. Der Herausgeber muss auch in 
diesem Punkt die verschiedenen Texte möglichst rein sondern. 
Als Uebersetzer habe ich mir aber rücksichtlich der ver 
schiedenen Ueberlieferungen wieder grössere Freiheit erlaubt, 
da meine Uebertragung ja keinen Anspruch auf urkundliche 
Geltung macht. Ich habe die mir als die besten erscheinenden 
Lesarten übersetzt, habe aber die Uebersetzung der irgend 
beachtenswerthen Varianten, die einen andern Sinn ergeben, 
unten hinzugefügt. In der Anordnung der Verse folge ich 
zwar möglichst der Tradition, erlaube mir aber je nach 
Befund die Wahl, wo die Tradition schwankt, und ändere 
zuweilen die Reihenfolge auch gegen die Ueberlieferung. Ich 
bin jedoch selbst nicht sicher, ob ich hierbei nicht schon etwas 
zu weit gehe. Die ursprüngliche Anordnung und Zahl der 
Verse zu erkennen, ist uns ja höchstens da möglich, wo die 
Sache so einfach liegt wie bei der Mo'allaqa Labld’s. Dass 
ich die Arnold’sclie Bezifferung der Verse beibehalte, wird 
man nicht tadeln, zumal ich die Lyall’sche meist daneben gebe. 
In der Anführung von Varianten beschränke ich mich 
auf die von einigermaassen alten oder doch bedeutenden Auto 
ritäten gebotenen. Auch übergehe ich zum Theil die nur in 
1 Ich wiederhole hier im Grunde nur, was ich vor 36 Jahren in meinen 
Beiträgen XIII f. gesagt habe.
	        
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