88
Hai ding er. Über den
3. Krokonsaures Kupferoxyd. Bei zwei Arten von Krystallen
fand sich hier vollkommene Gleichheit der Erscheinungen
und der vollkommensten Abhängigkeit der Absorptions-Verhältnisse
und des Flächenschillers von einander, so dass man vorbereitet
sein kann, die Art des einen vorauszusagen — wie man so gerne den
Ausdruck wählt — wenn die Art des andern bekannt ist.
Es war mir daher sehr erwünscht, unter den Angaben von
schillernden Krystallen inBerzelius’ Lehrbuch Angaben fiir das
krokonsaure Kupferoxyd *) zu finden, die ganz ähnliche Farben-Yerhältnisse
erwarten Hessen: „dunkelblauer metallisch-spiegelnder
Glanz, und bräunlich-orangefarbes, durchgehendes Licht." Meinem
verehrten Freunde, Herrn Professor Sehr öfter, bin ich nun für
diese wirklich wunderbar schönen Krystalle verpflichtet, die er auf
meine Bitte zusammensetzte. Auch die Krystallform derselben ist
trefflich ausgebildet; eine Mittheilung darüber mag indessen einer
andern Gelegenheit Vorbehalten bleiben. Im Ganzen erinnert sie an
gewisse Krystalle von Schwerspath oder von Anglesit (schwefelsaurem
Blei), und in der Stellung mit dem schärferen Winkeides
horizontalen der Theilbarkeit parallelen Prismas zu oberst gestellt,
wurden sie in optischer Beziehung untersucht. Nach Herrn Dr.
Springer's Messung beträgt dieser Winkel 72° 2'.
Farbe. Dem blossen Auge erscheint durch Rückstrahlung in
jeder Richtung ein sehr lebhafter halbmetallischer bläulicher Glanz;
durchsichtige, dünne Blättchen sind hell-gelblichbraun oder bräunlich-orange.
In der obigen Stellung auf der breiten rhombischen Diagonalfläche,
durch die dichroskopische Loupe untersucht, ist das obere
Bild 0 lichter, das untere E dunkler, von einer orangebraunen, dem
Brookit ähnlichen Farbe. Der Charakter der optischen Axe nach
dieser Differenz ist dem der obigen Kalisalze gerade entgegengesetzt,
also positiv.
Aber auch der starke orientirte Flächenschiller von der schönsten
lasurblauen Farbe hat eine entgegengesetzte Lage, indem er
nicht in der Richtung der Hauptaxe, sondern senkrecht auf dieselbe
polarisirt ist. In der Längenstellung, Fig. 2 nämlich, ist das obere
1 ) Gmelin. Annalen der Chemie und Pharmacie. XXXVII. 55.