Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

oricntirten  Flächenschiller.

87

Prismenwinkel  110°  SO'.  Die  Flächen  gleichbreit.  Farbe,  hellbraun.
Vollkommen  durchsichtig.  Durch  die  dichroskopische  Loupe  theilt
sich  die  Farbe  in  ein  oberes  0  dunkel  honiggelb,  und  in  ein  unteres
E  weingelb.  In  etwas  weniger  dicken  Krystallen  ist  0  röthlichbraun
und  E  citronengelb.  Charakter  der  optischen  Axe,  dieser  der  Krystall-Axe
  parallel  genommen  :  nach  11  abinet’s  Gesetz,  negativ.
Glanz,  stark;  diamantartig.  Orientirter  dunkel-lasurblauer  Flächenschiller, ­
  polarisirt  in  der  Richtung  der  Hauptaxe.  Die  Beobachtungen ­
  genau  wie  bei  den  vorhergehenden  Krystallen.
Wird  eine  kleine  Menge  dieser  beiden  Arten  von  Krystallen
auf  mattgeschliflenes  Glas  mit  dem  Polirstahl  oder  einem  Messer
fest  aufpolirt,  so  besteht  das  zurückgewörfene  Licht  aus  Weiss  und
Blau,  in  allen  Richtungen  polarisirt,  ersteres  aber  in  der  Einfallsebene, ­
  letzteres  senkrecht  darauf,  so  dass  in  jedem  Azimuth  die
dichroskopische  Loupe  das  obere  Feld  0  weiss,  das  untere  Feld  E
lasurblau  zeigt.  Die  blaue  Farbe  des  mehr  dunkelfarbigen  chrysolepinsauren
  Kalis  ist  lebhafter  als  die  des  aloetinsauren.
Aus  der  Vergleichung  der  Eigenschaften  folgt,  dass  beide  Species
  den  ordinären  Stahl  stärker  absorbiren  als  den  extraordinären,
beide  also,  nach  Babinet’s  Gesetz,  optisch  zu  den  negativen
Krystallen  gehören.  Aber  für  beide  Species  ist  auch  der  Flächenschiller ­
  in  der  Richtung  der  Hauptaxe  polarisirt.  Stellt
man  sich  die  Intensität  und  den  Polarisations-Zustand  des  durchgegangenen ­
  Lichtes  A  mit  dem  des  zurückgeworfenen  B  combinirt
vor,  -  so  erhält  man  folgendes  Resultat:
A.  0  gleich  der  Intensität  des  ausserordentlichen  Strahles,
weniger  dem  durch  stärkere  Absorption  abgängigen  Tlieile  desselben. ­
  E  die  Intensität  des  ausserordentlichen  Strahles  seihst.
B.  0  die  halbe  Intensität  des  zurückgeworfenen  Lichtes  überhaupt, ­
  mehr  dem  zurückgeworfenen  Lasurblau  des  orientirten  Flächenschillers. ­
  E  die  halbe  Intensität  des  zurückgeworfenen  Lichtes.
Es  wird  dabei  vorausgesetzt,  dass  die  Richtung  des  Lichtstrahles
senkrecht  auf  den  Flächen  der  Krystalle  stehen.
Man  sieht,  dass,  während  ein  Theil  ordinär  polarisirten  Lichtes
im  durchfallenden  mehr  absorbirten  Strahle  fehlt,  gerade  da  ein
Antheil  Licht  ebenfalls  ordinär  polarisirt  zurückgeworfen  werde,
der  bereits  tiefer  in  den  Krystall  gelangt  war,  als  das  von  der
Oberfläche  zurückgeworfene  Licht.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.