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Haidinger. Über den
ten i) chrysamminsauren Kalis 3 ) zu untersuchen wünschte, leitete
mein verehrter Freund, der k. k. General-Probirer, Herr A. Löwe in
seinem Laboratorium eine Arbeit über die merkwürdigen und mannigfaltigen
organischen Säuren und ihre Verbindungen ein, denen das
Aloeharz zu Grunde liegt. Herr Franz Hi 11 ehr and, Assistent an
dem k. k. General-Münz-Probiramte, der die Operationen ausführte,
stellte auch das chrysolepinsaure und das aloetinsaure Kali dar.
Diese beiden Salze wurden in kleinen Krystallen erhalten, die,
selbst bräunlich, in gewissen Richtungen einen bläulichen Lichtschein
zeigten. So weit es die Kleinheit derselben erlaubte, wurden
sie untersucht, und gaben folgende Resultate:
1. Chrysolepinsaures Kali. Form. Undeutliche, vierseitige,
kurze, höchstens etwa 1% Linien lange, fadenförmige Prismen.
Zuweilen ein Flächenpaar viel breiter, und gegen beide Enden
zu abnehmend, so dass sich eine länglich - ovale , spitzige Gestalt
derselben zeigt; letztere an den Spitzen oft fadenförmig verlängert.
Farbe, dunkelbraun; wenig durchscheinend. Die Prismen, in
verticalcr Stellung durch die dichroskopische Loupe untersucht,
gaben das obere Bild 0 röthlichbraun, und dunkler als das untere
Rild E, welches gelblichbraun ist. Der ordinäre Strahl mehr absorbirt
als der extraordinäre, der Charakter der optischen Axen, dieser den
Krystall-Axen parallel genommen nach Rabinet’s Gesetz, negativ.
Fig. 1. Glanz, schwach. Orientirtcr, dunkel-X\o
lasurblauer Flächenschiller, polarisirt in
der Richtung der Hauptaxe. Man beobachtet
in der Längenstellung, Fig. 1, das obere Rild
0 mit hellem, weissen Glanze wenig bläulich,
das untere glanzlos; in der Querstellung,
Fig. 2, dagegen, ist das obere Rild zwar
auch weissglänzend, das untere aber ist
von dem schönsten Lasurblau.
2. Aloetinsaures Kali. Form.
Höchst feine rhombische, bis drei Linien
lange, nadelförmige Prismen. Nach Herrn
Dr. Springe r’s Messung beträgt der
O Ann. der Chemie und Pharmacie. Bd. 39. S. 1.
2 ) Pogg. Ann. 1846, LXIX. S. 552. Phil. Mag. Ser. III. Vol. XXIX. p. 331.