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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Haidinger.  Meteor-Staubfälle.

79

Die  meteorologischen  Elemente  Wiens  waren  am  30.  Januar
bis  1.  Februar  folgende,  nach  den  Mittheilungen  der  k.  k.  Sternwarte
in  der  „Wiener  Zeitung:"
Den  30.  Januar.  Den  31.  Januar.  Den  1.  Februar.

W.  M.

Barometer  .

Thermometer  .

Wind  und  Witterung ­
  ....

Heiter.  SO  mittelm.  Nebel.
10  Uhr  A.  SSO.  mittelm.  Heiter.  SO  schwach.  Nebel.

27"  9"'  0""
27"  10'"  11""
28"  0'"  0""
—  5.4°
—  0.1°
—  0.9»
N.  still.  Nebel.
N.  still.  Nebel.
N.  still.  Nebel.

Starker  Barometerfall  gegen  die  Nacht  vom  31.  auf  den  1.,
Erhöhung  der  Temperatur,  Windwechsel.  Herr  Professor  Columbus
meldete  gleichzeitig  den  31.  Abends  Scirocco  in  Salzburg  bei
+  6°,  während  in  Linz  die  Temperatur  noch  —  8 - 6°  R.  war.
Um  ein  etwas  vollständigeres  Gemälde  zusammenstellen  zu  können,
habe  ich  mich  um  Mittheilung  mehrerer  Daten  an  mehrere  Anstalten
und  Freunde  gewendet,  von  welchen  ich  auf  Nachrichten  hoffe,  die
mir  dann  später  Veranlassung  gehen  werden,  den  Gegenstand  wieder
zu  berühren.  Es  kann  sein,  dass  ein  Scirocco  in  seinem  Fortschritte
senkrecht  auf  seine  Richtung  gerade  zwischen  Salzburg  und  Linz
durch  eigenthümliche  Umstände  sein  Ende  erreicht,  während  gerade
am  Saume  der  Staubfall  stattfindet.
Ob  aus  dem  Scirocco,  ob  aus  den  Ostwinden  wird  sich  gewiss
später  beantworten  lassen,  wenn  einst  das  Phänomen  allgemeiner
gewürdigt  ist  als  bisher.  Vielleicht  haben  wir  jeden  Winter  Staubfälle ­
  dieser  Art,  die  aber  so  leicht  in  dem  Getreibe  einer  grossen
Stadt  der  täglichen  Erzeugung  von  Staub  aus  örtlichen  Einflüssen
zugeschrieben  werden.  Wer  erinnert  sich  nicht  der  weit  verbreitet
schmutzigen  Oberfläche  des  Schnees  im  Frühjahr?
Ich  fragte  in  meiner  Einladung  um  die  meteorologischen  Daten
vom  30.  Jänner  bis  zum  7.  Februar,  um  den  höchsten  Barometerstand ­
  einerseits,  andererseits  aber  den  6.,  den  Tag  jenes  höchst
merkwürdigen  Glatteises  einzuschliessen,  wo  es  gleichzeitig  in  Linz
und  Wien  bei  —  4°  R.  regnete.
Auch  von  diesem  Wiener  Staube,  wie  von  dem  früheren  aus
Salzburg  habe  ich  Proben  an  Ehrenberg  gesandt,  dessen  letzte
akademische  Mittheilung  über  die  Staubnebel,  das  Nebelmeer  der
            
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