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Haidinger. Meteor-Staub fälle.
den Staub an Herrn Dr. Reis sek sicher zu besorgen, der sieb so
viel und erfolgreich mit mikroskopischen Forschungen beschäftigte,
und der bereits so manche schöne Arbeit vollendet hat. Aber Herr
Dr. Reissek, durch seine eigenen früheren Studien vorbereitet,
die Mannafälle in Kleinasien u. s. w., hatte unabhängig schon die
Beobachtung im botanischen Garten gemacht, und bereits reichlich
gesammelt, und die mikroskopische Untersuchung begonnen.
In der Versammlung am 4. Februar übergab Herr A. Löwe
das getrocknete Staubpulver. Herr Dr. Reissek war eben nicht
anwesend; Herr Dr. Karl Wedl erhielt gleichfalls eine Partie zur
Untersuchung. Ich hatte noch am Nachmittage des 1. Februars auf
einem Spaziergange vor die St. Marxerlinie Alles gleichförmig mit
diesem Staube bedeckt gesehen, alle Dächer zeigten die gleiche
oberflächliche Färbung; aber wir sind in Wien den Staub so seingewohnt,
dass man vielleicht einen mehr localen Ursprung zur Erklärung
auffinden durfte. Indessen zog Herr Dr. Reissek mancherlei
Erkundigungen ein; der Staub lag gleichförmig von Wien bis
Dürnkrut und Pressburg, und darüber hinaus so weit man dies unterscheiden
konnte. Er ertheilt Proben von Dürnkrut eingesendet. Das
Resultat der Untersuchung von dem Staube des Glacis vor der
Münze, des botanischen Gartens und von Dürnkrut war ganz gleich.
Er scbliesst sich auch ganz der Beschaffenheit an, welche in den
Untersuchungen Ehrenbergs über mehr als 100 Staubsorten
lierausstellt, insbesondere die continentale Natur desselben.
Die Ansicht Elirenberg’s ist bekanntlich diese, dass der
Staub, ursprünglich wohl aus Südamerika stammend, lange Zeit in
den Staubnebeln der Passat-Zone schwebend gehalten wird, von wo
er von Zeit zu Zeit durch Südwestwinde — Scirocco, Föhn —
insbesondere auch nach Europa geführt wird, daher er ihn auch
Passat-Staub zu nennen vorschlägt.
Durch seine eigenen früheren Untersuchungen darauf hingeleitet,
bezeichnete Reissek bei seiner Mittheilung in der Versammlung
von Freunden der Naturwissenschaften am 11. Februar,
wo er die Resultate der mikroskopischen Forschungen gab, vielmehr
die östlichen Regionen als diejenigen, wo wir nach den Quellen des
Staubes zu forschen haben, woher also die Staubnebel durch Ostwinde
gebracht, aber allerdings durch den Zusammenstoss mit dem
Südweste abgelagert werden können.