76 h ai dinger. Neue Art des VTvianits.
häufigen rhomboldalischen Gypstäfelchen; überhaupt ist ja die Ähnlichkeit
der beiden Species, abgesehen von der Farbe, so gross,
und seit so lange erkannt worden, dass man dem Yivianit oft den
Namen „blauer Gyps’’ gegeben bat.
Die Vivianitkrystalle sind wie in einer Druse auf der einen
Seite der Hohlröhre eines menschlichen Armknochens aufgewachsen.
Man fand das ganze Skelet, welches ursprünglich einem Bergmanne
angehört hatte, zu Tarnowitz in Schlesien, verschüttet in
einer alten Strecke. Herr von Car na 11 hat eine Nachricht darüber
gegeben, die mir jedoch noch nicht zugekommen ist. Jedenfalls
verdient diese Thatsache alle Aufmerksamkeit.
Die Bildung des Vivianits ist unzweifelhaft der Phosphorsäure
des organischen Körpers, und einem schwefelsauren Eisenoxydul
zuzuschreiben, wie sich dies so oft in der Gebirgsfeuchtigkeit in
alten Berghauen findet. Bei der so frischen Beschaffenheit der Knochentheile
selbst, dürfte aber der Phosphorsäuregehalt weniger einer
Zerstörung dieser zugeschrieben werden als vielmehr den Verwesungsprocessen
der Weichtheile des Körpers.
Ich kann diese Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, ohne an
eine besonders schöne neu entdeckte Varietät von Vivianit zu erinnern,
welche kürzlich das k. k. Hof-Mineralien-Cabinet mit einer
Partie Mineralien aus dem Banate, als „Grüner Gyps von Moldowa”
acquirirte. Die Krystalle davon sind bis anderthalb Zoll gross und
ganz in der Form den bekannten Gypslinsen vom Montmartre
ähnlich, nur dass die gekrümmten Flächen in Bezug auf die Krystallreihe
der »Species eine etwas abweichende Lage besitzen. Aber die
Ähnlichkeit ist im Ganzen täuschend.
Der Vivianit ist eine trichromatische Species, eine der Farben
ist ein schönes Berlinerblau, die beiden andern wenig ansehnlich
und blass grünlich. Aber die erstere Farbe erscheint an der Varietät
von Moldowa nur an den äussersten Kanten; anstatt derselben geben
die innern Theile der Krystalle ein schönes sattes Lauchgrün. Es
scheint hier bei der Bildung ein demjenigen analoger Zustand Statt
gefunden zu haben, wie bei dem weissen phosphorsauren Eisenoxydul,
welches man oft in den Torfschichten trifft, und das erst an der
Luft blau wird.
Ich habe mich später vergebens bemüht, Nachrichten oder
Stücke aus dem Banate von diesen wunderschönen Krystallen zu