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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

H  a  i  d  i  n  g  e  r.  Neue  Art  des  Vivianits.

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Noch  sei  es  mir  erlaubt  zu  erwähnen,  dass  sich  in  der  dichroskopischen
  Loupe  auch  ohne  vergleichende  Polarisations  -  Ebene
die  Natur  des  ordinären  und  des  extraordinären  Strahles  durch  die
Lage  der  Polarisations-Ebene  erkennen  lässt.  Im  ordinären  Bilde  0
geht  nämlich  die  Richtung  derselben  durch  beide  Bilder,  in  dem
extraordinären  Bilde  E  steht  sie  senkrecht  auf  der  vorigen.  Man
erkennt  sie  an  der  Lage  der  Polarisations-Büschel,  und  entdeckt ­
  diese  ziemlich  leicht,  indem  man  die  beiden  Bilder  abwechselnd ­
  scharf  ins  Auge  fasst,  und  wenn  das  Auge  mit  dem  Eindrücke
des  einen  gesättigt  ist,  schnell  wieder  das  andere  ansieht,  bis  man
endlich  diese  gelblichen  Büschel  in  violetgrauem  Grunde  erblickt
hat.  Ich  bitte  die  hochverehrte  Classe,  mir  .zu  erlauben,  das  Wesen
dieser  Büschel  hier  nur  kurz  angedcutet  zu  haben,  um  mir  später  ihre
Geduld  nicht  zu  entziehen,  wenn  ich  ihr  dieselben  im  Zusammenhänge ­
  vorzulegen  wagen  werde.  Wohl  ist  Vieles  davon  bereits  bekannt
gemacht,  auch  innerhalb  einer  gewissen  Ausdehnung  beinahe  abgeschlossen, ­
  aber  doch  hoffe  ich  .auf  die  Theilnahme  derselben  rechnen ­
  zu  dürfen,  wenn  sie  die  Wichtigkeit  derselben  aus  demselben
Gesichtspunkte  freundlich  anzusehen  fände,  in  welchem  sie  mir
selbst  erscheinen.
II.  Die  folgende  zweite  Mittheilung  bezog  sich  auf  eine  neue
Varietät  von  Vivianit.
Man  kennt  viele  Bildungen  von  Vivianit,  die  aus  verhältnissmässig
  neuerer  Zeit  herrühren.  Die  blaue  Eisenerde  Werner's
ist  so  häufig  in  Thonen  und  Torfmooren,  in  weissem  an  der  Luft
blau  werdendem  Pulver.  Aber  auch  Krystalle  haben  sich  öfters
gebildet.  Ich  nenne  hier  die  schönen  Krystalle  in  den  Bivalven
von  Kertsch,  den  MuIIicit  in  Pflanzenstengeln  im  Sande  von  Neu-Jersey,
  die  kleinen.Krystalle  auf  der  Oberfläche  des  Arvaer  Meteoreisens, ­
  die,  welche  Rouault  in  dem  „Bulletin  de  la  Societe  geologique
  de  France”  1846,  S.  317,  aus  reeenten  Knochen  beschreibt.
Ich  habe  heute  das  Vergnügen,  ein  ganz  analoges  Vorkommen
der  hochverehrten  Classe  vorzulegen,  dessen  Mittheilung  ich  der
freundlichen  Güte  des  Herrn  Professors  Dr.  Göppert  verdanke,
und  das  nun  dem  k.  k.  montanistischen  Museo  angehört.  Die  Krystalle ­
  sind  nahe  zwei  Linien  gross,  und  so  vollkommen  ausgebildet, ­
  dass  sie  zu  den  merkwürdigsten  gehören,  die  überhaupt
von  der  Species  bekannt  sind.  Ihre  Form  ist  sehr  ähnlich  den  so
            
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