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Haidinger. Dichroskopische Loupe.
fast diamantglänzend werden. Das yon dieser Fläche zurückgestrahlte
Licht gibt das überraschende Resultat eines obern weissen
Bildes 0, welches alles ordinär zurückgestrahlte Licht enthält, im Gegensätze
eines untern Bildes E, welches das schönste Lasurblau darstellt,
das selbst bei stärkerer Neigung, bei grösseren Einfallswinkeln
in Yiolet übergeht. Das Blau ist übrigens beim Austritte vom Jodblei
ordinäres Licht, da man unter allen Einfalls-Azimuthen dasselbe
Resultat findet. Das Präparat, an dem ich diese Erscheinung erst kürzlich
wahrnahm, verdanke ich meinem verehrten Freunde, dem k. k.
Herrn General-Probirer A. Löwe, und ich habe gerne dieses neue
Resultat dem altbekannten des Turmalins angereiht, um die grosse
Ausdehnung zu bezeichnen, in welcher dieser einfache kleine
Apparat mit Yortheil angewendet werden kann.
3. Mit Krystall-Platten combinirt lässt sich die dichroskopische
Loupe auch als Polariskop anwenden. Dickere Platten, die auf dem
für die LichtölTnung durchbohrten Bleche in ihren eigenen Ebenen
herumgedreht werden, zeigen in der Richtung der optischen Axen
begreiflich constante Licht-Intensitäten, während diese in anderen
Richtungen nach den acht einander unter 45° schneidenden Richtungen
wechseln, wie bei andern Polarisations-Apparaten.
Ganz kleine Fragmente oder Splitter lassen sich leicht auf den
Pleochroismus untersuchen, wenn man sie mit Balsamkitt zwischen zwei
Glasplatten einschliesst. Ja selbst ein Mikroskop mit der stärksten Vergrösserung
kann einfach dadurch in ein Mikroskop im polarisirten
Lichte verwandelt werden, dass man eine dichroskopische Loupe auf
das Ocular desselben stellt, und dann dem Focus angemessen adjustirt.
Während meiner Studien zur Vollendung dieses Apparates liess
ich Muster bei PI ös sl, Voigtländer, Ec kling machen. Eines
derselben hat das Doppelspath-Theilungsprisma senkrecht auf die
Kanten abgeschnitten, und den Schnitt nur mit einer dünnen Glasplatte
bedeckt. Das Ganze wird dadurch noch kürzer, und man kann
die zwei Glasprismen entbehren. Aber die Fläche polirt sich nicht
leicht, weil durch die Theilbarkeit gern dreieckige Löcher hineingerissen
werden. Gern hätte ich wohl noch manche Modificationen
in der Ausführung versucht, aber selbst bei so kleinen Gegenständen
sind verunglückte Versuche oft unvermeidlich, und für den Naturforscher
bei unsern gegenwärtigen Verhältnissen zu zeitraubend
und kostspielig.