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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Differential-Gleichungen  der  Lichtschwingungen.

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Bewegung  nicht  unbeachtet  bleiben.  Wie  bedeutend  er  ist,  zeigt
die  gewaltige  Änderung  der  optischen  Eigenschaften  .eines  Stoffes,
wenn  die  gegenseitige  Lage  seiner  Theile  durch  äusseren  Druck
oder  Temperaturwechsel  abgeändert  wird.  Es  scheint  mir  aber  ganz
unzulässig,  allgemein  anzunehmen,  dass  die  Richtung  der  Kraft,
womit  ein  Körpertheilehen  auf  ein  Äthertheilchen  einwirkt,  bei  allen
Stellungen  des  Äthertheilchens  um  das  Körpertheilcben  herum  stets
durch  einen  und  denselben  Punkt  gehe,  und  dass  die  Intensität  dieser ­
  Kraft  bloss  einer  Function  der  alleinigen  Distanz  des  Äthertheilchens
  von  diesem  Punkte  proportional  sei.  Bei  chemisch  zusammengesetzten ­
  Stoffen,  deren  Partikel  aus  mannigfaltig  gruppirten  Atomen
gebildet  werden,  kann  sich  die  Sache  gar  leicht  anders  verhalten.
In  der  Nichtbeachtung  dieses  Umstandes  liegt  meiner  Meinung  nach
der  Grund,  warum  die  Formeln  Cauchy’s  die  der  Gesammtheit
der  Licht-Erscheinungen  angemessene  Allgemeinheit  nicht  besitzen.
Die  Masse  des  Äthers,  welcher  in  einem  von  wägbarer  Materie
erfüllten  endlichen  Raume  enthalten  ist,  kann  gegen  die  Masse  dieser ­
  Materie  als  gänzlich  verschwindend  betrachtet  werden,  daher
darf  man  sich  die  Massen  der  Körpertlieile  im  Vergleich  mit  jenen
der  Äthertheile  ungemein  gross  denken,  und  desswegen  die  Bewegungen, ­
  welche  die  Schwingungen  der  Äthertheilchen  den  Körpertheilchen
  beizubringen  vermögen,  insofern  es  sich  lediglich  um  die
Fortpflanzung  des  Lichtes  im  Innern  eines  Körpers  handelt,  vernachlässigen, ­
  d.  h.  die  Körpertheilehen  als  ruhend  ansehen.
Dies  sind  die  einzigen,  und  wenn  ich  nicht  irre,  naturgemässen
Voraussetzungen,  deren  man  zur  Aufstellung  der  Differential-Gleichungen ­
  des  Äthers  bedarf.  Es  wird  dabei  die  eigentliche  Beschaffenheit ­
  der  Partikel  eines  Körpers  und  deren  Vertheilung  in  seinem
Innern,  wie  auch  die  Natur  der  Äthertheilchen  und  das  Gesetz  der
sämmtliche  Theilchen  beherrschenden  Kräfte  ganz  unbestimmt  gelassen. ­
  Von  vorne  herein  lässt  sich  hierüber  nichts  entscheiden,
sondern  nur  auf  Grundlage  der  Erfahrung  in  so  fern  etwas  aussagen,
als  die  Besonderheit  einer  Erscheinung  einen  Schluss  auf  die  Fundamentalgrössen ­
  möglich  macht.  Es  ist  allerdings  ein  für  die  Entwickelung ­
  der  Theorie  des  Lichtes  sehr  glücklicher  Umstand,  dass
es  zunächst  bloss  auf  die  Form  der  Grundgleichungen  ankommt.
Die  Ableitung  der  allgemeinen  Differential-Gleichungen  der  Bewegung ­
  der  Äthertheilchen,  unter  der  Voraussetzung,  dass  nicht  alle
            
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