Differential-Gleichungen der Lichtschwingungen.
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Bewegung nicht unbeachtet bleiben. Wie bedeutend er ist, zeigt
die gewaltige Änderung der optischen Eigenschaften .eines Stoffes,
wenn die gegenseitige Lage seiner Theile durch äusseren Druck
oder Temperaturwechsel abgeändert wird. Es scheint mir aber ganz
unzulässig, allgemein anzunehmen, dass die Richtung der Kraft,
womit ein Körpertheilehen auf ein Äthertheilchen einwirkt, bei allen
Stellungen des Äthertheilchens um das Körpertheilcben herum stets
durch einen und denselben Punkt gehe, und dass die Intensität dieser
Kraft bloss einer Function der alleinigen Distanz des Äthertheilchens
von diesem Punkte proportional sei. Bei chemisch zusammengesetzten
Stoffen, deren Partikel aus mannigfaltig gruppirten Atomen
gebildet werden, kann sich die Sache gar leicht anders verhalten.
In der Nichtbeachtung dieses Umstandes liegt meiner Meinung nach
der Grund, warum die Formeln Cauchy’s die der Gesammtheit
der Licht-Erscheinungen angemessene Allgemeinheit nicht besitzen.
Die Masse des Äthers, welcher in einem von wägbarer Materie
erfüllten endlichen Raume enthalten ist, kann gegen die Masse dieser
Materie als gänzlich verschwindend betrachtet werden, daher
darf man sich die Massen der Körpertlieile im Vergleich mit jenen
der Äthertheile ungemein gross denken, und desswegen die Bewegungen,
welche die Schwingungen der Äthertheilchen den Körpertheilchen
beizubringen vermögen, insofern es sich lediglich um die
Fortpflanzung des Lichtes im Innern eines Körpers handelt, vernachlässigen,
d. h. die Körpertheilehen als ruhend ansehen.
Dies sind die einzigen, und wenn ich nicht irre, naturgemässen
Voraussetzungen, deren man zur Aufstellung der Differential-Gleichungen
des Äthers bedarf. Es wird dabei die eigentliche Beschaffenheit
der Partikel eines Körpers und deren Vertheilung in seinem
Innern, wie auch die Natur der Äthertheilchen und das Gesetz der
sämmtliche Theilchen beherrschenden Kräfte ganz unbestimmt gelassen.
Von vorne herein lässt sich hierüber nichts entscheiden,
sondern nur auf Grundlage der Erfahrung in so fern etwas aussagen,
als die Besonderheit einer Erscheinung einen Schluss auf die Fundamentalgrössen
möglich macht. Es ist allerdings ein für die Entwickelung
der Theorie des Lichtes sehr glücklicher Umstand, dass
es zunächst bloss auf die Form der Grundgleichungen ankommt.
Die Ableitung der allgemeinen Differential-Gleichungen der Bewegung
der Äthertheilchen, unter der Voraussetzung, dass nicht alle