Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

66

A.  v.  Ettingshausen.

Weg  ist  allerdings  von  demjenigen,  welchen  man  bei  der  Untersuchung ­
  der  Fortpflanzung  eines  Impulses  in  einem  festen  Körper
einzuschlagen  hat,  wesentlich  nicht  verschieden;  allein  daraus  kann
gegen  die  Zulässigkeit  einer  solchen  Betrachtung  durchaus  kein
haltbarer  Einwand  erwachsen,  so  wenig  es  ungereimt  ist,  zu  sagen,
dass  selbst  flüssige  Körper,  sofern  sich  die  Theilchen  derselben
nur  äusserst  wenig  von  ihrer  Gleichgewichtslage  entfernen,  ganz
die  Rolle  fester  Körper  spielen  können,  wie  denn  auch  tropfbare
Körper,  während  sie  den  Schall  fortpflanzen,  sich  in  der  That
nicht  anders  verhalten.  Der  Grund,  warum  die  von  Cauehy
früher  gebrauchten  Gleichungen  unzureichend  sind,  wird  also  nicht
darin  zu  suchen  sein,  dass  dieselben  sich  auf  ein  System  von
einander  entfernter  und  Änderungen  der  Abstände  zulassender
Punkte  beziehen.
Bei  aller  Feinheit  der  Äthertheilchen  wird  man  sie  doch  nicht
im  Ernste  für  mathematische  Punkte  halten  können,  sondern  ihnen
eine  gewisse,  wenngleich  äusserst  geringe  Ausdehnung  zugestehen
müssen.  In  der  Bewegung  eines  Äthertheilchens  wird  daher  im
Allgemeinen  eine  fortschreitende  und  eine  drehende  Componente
  zu  unterscheiden  sein.  So  weit  wir  gegenwärtig  die  Erscheinungen ­
  des  Lichtes  kennen,  haben  wir  noch  keine  Veranlassung,
dieselben  auf  die  drehende  Bewegung,  welche  einem  Äthertheilchen
um  den  Mittelpunkt  seiner  Masse  zukommen  mag,  zurückzuführen.
Nach  den  bekannten  Gesetzen  der  Mechanik  ist  es  sonach  erlaubt,
alle  Kräfte,  welche  die  für  die  Erscheinungen  des  Lichtes  in  Betracht
kommende  Bewegung  eines  Äthertheilchens  bestimmen,  sich  ihren
Richtungen  parallel  an  dem  Mittelpunkte  der  Masse  dieses  Theilchens
  angebracht  zu  denken,  welchen  Punkt  man  desshalb  dem
Äthertheilchen  substituiren  darf,  sofern  man  auch  dessen  Masse  auf
diesen  Punkt  überträgt.  Hierin  allein  liegt  der  wahre  Sinn  des
Vorganges,  die  Äthertheilchen  als  materielle  Punkte  zu  betrachten.
Die  Kraft,  womit  zwei  Äthertheilchen  auf  einander  einwirken,
mag  man  immerhin  als  eine  Function  ihrer  Distanz  gelten  lassen,
doch  ist  es  nicht  schwieriger,  die  allgemeine  Voraussetzung,  dass
diese  Kraft  überhaupt  von  der  Lage  eines  Äthertheilchens  gegen  das
andere  abhänge,  in  Rechnung  zu  nehmen.
Der  Einfluss  der  Kö'rpcrtheilchen  auf  die  Bewegung  der  Äthertheilchen ­
  darf  bei  der  Aufstellung  der  Grundgleichungen  dieser
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.