64
A. v. Ettingshausen.
Note besonders hervorhebt, die in dem Briefe enthaltene Behauptung,
dass die Polarisation des parallel zur Axe des Bergkrystalles,
dann im Terpentinöl u, s. w. fortgepflanzten Lichtes keine
streng circulare sei, sondern in diesen Fällen die Ellipse nur seinwenig
vom Kreise abweiche (s. Cowptes rendus Bd. 2, S. 182, oder
Poggendorff’s Annalen Bd. 39, S. 37), um die Zulässigkeit der
angeblichen Rechnung in Zweifel zu ziehen, da wegen der gleichmässigen
Anordnung der Theilchen um die Axe des Bergkrystalles
herum kein Grund vorhanden ist, aus welchem die Axen der Ellipsen,
welche die Äthertheilehen bei der Fortpflanzung des Lichtes
längs der Krystall-Axe beschreiben sollen, in der auf diese Axe
senkrechten Ebene irgend eine bestimmte Lage, und ihre Längen
irgend ein bestimmtes Verhältniss zu einander haben müssten, und
noch mehr gilt dieses von den Flüssigkeiten, in welchen nothwendig
Gleichheit der Anordnung der Theilchen nach allen Richtungen
obwaltet. Erst gegen das Ende des Jahres 1842 las Cauchy in
der Pariser Akademie zwei Aufsätze (Comptcs rendus Bd. IS,
S. 910 und 1076^, in welchen er die richtigen Differential-Gleichungen
der Bewegung des Äthers in den mit rotatorischer Eigenschaft
begabten Flüssigkeiten, und zwar mit Berücksichtigung der
Dispersion des Lichtes aufstellt, und mittelst derselben über alle von
B i o t erkannte Erscheinungen der Fortpflanzung des Lichtes in derlei
Flüssigkeiten, selbst von den Anomalien der weinsteinsäurehältigen
Stoffe, Rechenschaft gibt. Die neuen Differential-Gleichungen
folgert jedoch Cauchy nicht wie seine früheren aus den die
Äthertheilehen beherrschenden Kräften, sondern er gibt sie als
auf indirectem Wege aus den mittelst eben dieser Gleichungen
zu erklärenden Erscheinungen abgeleitet. Nach seiner Meinung
würde, wenn man auf alle die Beschaffenheit des virbrirenden
Systems bestimmenden Umstände, alsda sind: die Rotationen der
Theilchen, die Zusammensetzung eines Theilchens aus seinen
Atomen, die Mengung verschiedener Systeme von Theilchen mit
einander, achten wollte, die Zahl der in die Gleichungen eingehenden
Coefficienten so gross, dass es ein Zufall wäre, wenn man,
indem man diesen Coefficienten verschiedene Zusammenstellungen
particulärer Wertlie zu geben versucht, gerade diejenigen träfe,
welche die continuirliche Drehung der Polarisations-Ebene eines
Lichtstrahles möglich machen. Es sei daher angemessener, die