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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Differential-Gleichungen  der  Lichtschwingungen.

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liender  oder  abstossender  materieller  Punkte,  stattfindenden  Bewegungen ­
  die  Gesetze  der  Fortpflanzung  des  Lichtes  in  Bergkrystall  und  in
den  die  Polarisations-Ebene  drehenden  Flüssigkeiten  nicht  in  sich
enthalten,  ja  vielmehr  mit  denselben  in  offenem  Widerspruche  stehen,
in  eben  dieser  Note  gibt  Mac  Cullagh  zu  erkennen,  dass  es  ihm,
aller  Bemühungen  ungeachtet,  nicht  gelungen  sei,  seine  Differential-Gleichungen
  auf  irgend  eine  Weise  mit  den  Principien  der  Mechanik
in  Zusammenhang  zu  bringen.  Da  die  allgemeinsten  Gleichungen
Cauchy’s  die  Erscheinungen  des  Lichtes  nicht  vollständig  nachw$isen,
  so  schliesst  Mac  Cullagh  —  und  zwar  mit  Becht  —  dass  die
Voraussetzung  einander  anziehender  oder  abstossender  materieller
Punkte  zur  Erklärung  der  Fortpflanzung  des  Lichtes  nicht  hinreicht.
Er  meint,  Cauchy's  Rechnungen  passen  nur  auf  feste  elastische  Körper, ­
  und  würden  fälschlich  auf  das  Lichtmedium  oder  den  sogenannten
Äther  übertragen.  Schon  Fresnel  habe  den  Äther  immer  nur  als
eine  Flüssigkeit  betrachtet,  und  P  o  i  s  s  o  n  behaupte,  dass  er  als  solche
betrachtet  werden  müsse,  und  schreibe  seine  scheinbaren  Eigentlnimlichkeiten
  der  ungeheuren  Raschheit  der  Vibrationen  zu,  was  zur  Folge
hat,  dass  das  Gesetz  der  Gleichheit  des  Druckes  während  der  Bewegung ­
  nicht  Stich  halten  könne.  Nach  Mac  Cullagh’s  Äusserung
wäre  der  Äther  als  eine  Substanz  eigener  Art  zu  betrachten,  welche
sich  von  allen  wägbaren  Stoffen,  den  festen  wie  den  flüssigen,  durch
die  Unfähigkeit  die  Dichtigkeit  zu  ändern,  unterscheidet,  wesshalb
sich  darin  bloss  transversale  Schwingungen  fortzupflanzen  vermögen.
Cauchy  hat  in  seinen  vielfachen  von  1830  bis  1842  über
die  Undulationstheorie  des  Lichtes  bekannt  gemachten  Arbeiten
nirgends  die  von  ihm  gebrauchten  Differential-Gleichungen  auf  die
Erscheinungen  des  Bergkrystalls  oder  der  die  Polarisations-Ebene
drehenden  Flüssigkeiten  wirklich  angewendet;  doch  scheint  dieser
Gelehrte,  wie  aus  Äusserungen  desselben,  namentlich  aus  dem
Schlüsse  des  ersten  im  Jahre  1836  geschriebenen  und  in  den  Coinptes
  rendus  abgedruckten  Briefes  an  Ampere  erhellet,  der  Meinung
gewesen  zu  sein,  dass  die  Bewegung  des  Lichtes  in  jenen  Stoffen
ebenfalls  unter  der  Herrschaft  der  Gesetze  stehen  müsse,  welche
aus  seinen  Gleichungen  folgen,  wofern  nur  die  Glieder  ungerader
Ordnung  beibehalten  werden,  die  bei  der  gewöhnlichen  symmetrischen ­
  Anordnung  der  Äthertheilchen  hinwegfallen.  Indessen
genügt  schon,  was  Mac  Cullagh  am  Eingänge  der  vorerwähnten
            
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