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Haidinger. Gebirgs-Metamorpliose.
Kohlenschichten. Kiesel-Polygasti'ier und Kalk-Polythalamier erscheinen
im Grossen als sedimentäre Schichten, die Korallenriffe, nach
Darwin auf sinkendem Meeresboden aufgebaut, treten bereits aus
der Arbeitsthätigkeit des Thierreiches mit Gesteinfestigkeit, als
Anfangspunkt für Metamorphose in das Reich des Geologen ein.
In den abgelagerten Schichten beginnt nun die eigentliche
Gebirgs-Metamorpliose, durch die Bildung von Krystall-Individuen.
Die Krystallisation ist in der That der Charakter der
Metamorphose. Jedes krystallinische Gestein kann unbedingt als ein
metamorphisehes betrachtet werden, denn es war einst nicht, was
es jetzt ist. Man hat von einer ersten Erstarrungskruste der
Erde gesprochen, und als solche die krystallinischen Schiefergesteine
betrachtet. Aber selbst angenommen, es habe je eine solche Rinde
gegeben, so muss ihre Beschaffenheit eine andere gewesen sein.
Ein glühender Erdkern konnte eine hohle Wasserkugel entfernt von
sich halten, wie das Beispiel des L ei de nfrost’sch'en Tropfens,
wenn der Reactions-Horizonl für das Minimum des Wassers ausserhalb
desselben füllt. Nähert er sich, so kann sich erst nur Obsidian,
Schlacke, Perlstein, steinige Lava bilden, bevor die Krystallisation,
die eigentliche Metamorphose beginnt. Man kann also selbst dann
nur in der Metamorphose eine Erklärung des gegenwärtigen Zustandes
jener krystallinischen Schiefer linden. Wenn man also auch eine
ursprüngliche Erstarrungskruste annimmt, so bleibt doch nur die
Theorie des Metamorphismus, welche eine genügende Construction
für den Vorgang bei der fortschreitenden Ausbildung zu gehen im
Stande ist.
Noch neuerdings hat N a u m a n n auf das Vorkommen von Linearund
Flächen-Parallelstructur auch unzweifelhaft eruptiver Massen
hingewiesen. Sie lassen die Schieferung der Gneisse und Gncissgranite
nicht als ausschliesslichen Beweis wässeriger, sedimentärer
Bildung annehmen.
Für die Verfolgung der Veränderungen in einzelnen Gesteinen
sind spätere Mittheilungen bestimmt.
Herr Bergrath Haidinger überreichte für den Verfasser die
kürzlich vollendete „Geognostische Karte der Umgebungen
1 ) Vergl. Cotta, Grundriss der Geognosie und Geologie §. 386.