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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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Haidinger.  Gebirgs-Metamorpliose.

Kohlenschichten.  Kiesel-Polygasti'ier  und  Kalk-Polythalamier  erscheinen ­
  im  Grossen  als  sedimentäre  Schichten,  die  Korallenriffe,  nach
Darwin  auf  sinkendem  Meeresboden  aufgebaut,  treten  bereits  aus
der  Arbeitsthätigkeit  des  Thierreiches  mit  Gesteinfestigkeit,  als
Anfangspunkt  für  Metamorphose  in  das  Reich  des  Geologen  ein.
In  den  abgelagerten  Schichten  beginnt  nun  die  eigentliche
Gebirgs-Metamorpliose,  durch  die  Bildung  von  Krystall-Individuen.
  Die  Krystallisation  ist  in  der  That  der  Charakter  der
Metamorphose.  Jedes  krystallinische  Gestein  kann  unbedingt  als  ein
metamorphisehes  betrachtet  werden,  denn  es  war  einst  nicht,  was
es  jetzt  ist.  Man  hat  von  einer  ersten  Erstarrungskruste  der
Erde  gesprochen,  und  als  solche  die  krystallinischen  Schiefergesteine
betrachtet.  Aber  selbst  angenommen,  es  habe  je  eine  solche  Rinde
gegeben,  so  muss  ihre  Beschaffenheit  eine  andere  gewesen  sein.
Ein  glühender  Erdkern  konnte  eine  hohle  Wasserkugel  entfernt  von
sich  halten,  wie  das  Beispiel  des  L  ei  de  nfrost’sch'en  Tropfens,
wenn  der  Reactions-Horizonl  für  das  Minimum  des  Wassers  ausserhalb ­
  desselben  füllt.  Nähert  er  sich,  so  kann  sich  erst  nur  Obsidian,
Schlacke,  Perlstein,  steinige  Lava  bilden,  bevor  die  Krystallisation,
die  eigentliche  Metamorphose  beginnt.  Man  kann  also  selbst  dann
nur  in  der  Metamorphose  eine  Erklärung  des  gegenwärtigen  Zustandes ­
  jener  krystallinischen  Schiefer  linden.  Wenn  man  also  auch  eine
ursprüngliche  Erstarrungskruste  annimmt,  so  bleibt  doch  nur  die
Theorie  des  Metamorphismus,  welche  eine  genügende  Construction
für  den  Vorgang  bei  der  fortschreitenden  Ausbildung  zu  gehen  im
Stande  ist.
Noch  neuerdings  hat  N  a  u  m  a  n  n  auf  das  Vorkommen  von  Linearund ­
  Flächen-Parallelstructur  auch  unzweifelhaft  eruptiver  Massen
hingewiesen.  Sie  lassen  die  Schieferung  der  Gneisse  und  Gncissgranite
  nicht  als  ausschliesslichen  Beweis  wässeriger,  sedimentärer
Bildung  annehmen.
Für  die  Verfolgung  der  Veränderungen  in  einzelnen  Gesteinen ­
  sind  spätere  Mittheilungen  bestimmt.
Herr  Bergrath  Haidinger  überreichte  für  den  Verfasser  die
kürzlich  vollendete  „Geognostische  Karte  der  Umgebungen

1 )  Vergl.  Cotta,  Grundriss  der  Geognosie  und  Geologie  §.  386.
            
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