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Aus den Verhandlungen
gebraucht, so wird er es sogar dem Engländer zuvorthun, der, an
einen Grafen oder Herzog schreibend, denselben Your Lordship,
d. i. Eure Herrlichkeit, und Your Grace, d. i. Euer Gnaden, betitelt.
Die letzte Anrede sollte füglich nur für Frauen Vorbehalten sein, oder
bei Bedienten geduldet werden, in deren Munde auch in England
nur das Mylady zu hören ist, während man in guter Gesellschaft
nur Madam sagt. Mehr als wider die Abschaffung der vielfach
Gehörnen dürfte wider die Umänderung der üblichen Unterschriftsformeln
einzuwenden sein, indem selbst die Engländer und
Franzosen sammt ihrem Sir und Monsieur den Ir es humble et Ir es
obeissant sermteur und den most humble and mosl obedient Servant
beibehalten haben. Dieses erklärt sich wohl aus der Anrede
des Herrn, welche voraussetzt, dass der Schreiber ein Diener
desselben, sei es nun ein unterthänigster oder untertFälliger,
ein gehorsamster oder gehorsamer, ein ergebenster
oder ergebener. Diese Eigenschaftswörter mögen sich nach
dem gesellschaftlichen Verhältnisse des Schreibenden, zu dem, an
den er schreibt, verschieden gestalten, ln den Schreiben der Akademie
kommen dieselben ohnedies nicht vor, es wäre aber auch sehr
zeitgemäss, dass sich dieselbe der Eingangs erwähnten Titulaturen
entledige und hierin nicht nur Österreichern, sondern auch anderen
deutschen Akademien, in deren Zuschriften diese Titulaturen bisher
beibehalten worden, mit gutem Beispiele vorausginge. Das Wort
Monsieur, Sir oder Herr, als Anrede an Jedermann ist eine Geburt
des Mittelalters, welche in neuer europäischer Sitte so festgewurzelt
ist, dass selbst die jüngsten Republikaner Europa's, die
Franzosen, so wie die Bewohner der vereinigten Staaten in Amerika
nicht anders, als mit Monsieur und Sir angeredet sein wollen; in
den alten Republiken ist hiervon keine Spur und selbst im römischen
Kaiserreich war die Anrede Domine nur dem Kaiser Vorbehalten,
wie dann der jüngere Plinius nur den Trajan mit Domine anspricht.”
„Ohne also das bei allen europäischen Völkern übliche Herr und
Diener anfechten zu wollen, beschränkt sich dieser Vorschlag bloss
auf die Abschaffung der Vorläufer desselben, nämlich der verschiedenen
Gehörnen, welche, so wie die Läufer schon abgekommen
sind, auch bald gänzlich ausser Lauf gesetzt werden dürften. Hierzu
mache die kaiserliche Akademie der Wissenschaften den Anfang.”