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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Über  die  regelmässige  Gestalt  des  Wismuths.  62S
kanten  =  109°  3'  messen  würden.  Er  gibt  an:  „Nach  Haidinger's
Messungen  wurde  das  Grundrhomboeder  berechnet" 1 ).
Die  Angaben  von  Verbesserungen,  in  systematischen  Werken
zerstreut,  werden  oft  sehr  lange  vernachlässigt,  während  einzelne
Mittbeilungen  mit  grosserer  Wahrscheinlichkeit  der  Aufmerksamkeit
des  wissenschaftlichen  Puhlicums  dargebracht  werden.  Ich  glaube
daher  auch  in  dem  gegenwärtigen  Falle  durch  Mittheilung  der
näheren  Umstände  bei  der  Bestimmung  der  rhomboedrischen  Krystallform
  des  metallischen  Wismuths  sowohl  eine  kleine  Lücke  in
der  Geschichte  des  Fortschrittes  der  in  diesen  Kreis  gehörigen  Arbeiten ­
  auszufüllen,  als  auch  der  allgemeinen  Theilnahme  das  neue
Resultat  an  sich  noch  einmal  vorlegen  zu  sollen.
Herr  Dr.  Hörn  es  halte  an  sehr  deutlichen,  wenn  auch  nur
raub  begrenzten  Wismuthkrystallen  von  Penzance  in  Cornwall,  die
durch  Herrn  Krantz  in  Berlin  an  das  k.  k.  Hof-Mineralien-Cabinet
eingesendet  worden  waren,  Krystallformen  beobachtet,  die  offenbar
nicht  dem  tessularischen  Systeme  angehören  konnten.  Es  waren
scharfe  Rhomboeder,  in  Combination  mit  der  Basis  und  flacheren
Rhomboedern  in  paralleler  Stellung,  wobei  die  der  letzteren  entsprechenden ­
  Flächen  so  sehr  an  Ausdehnung  gewonnen  hatten,  dass  das
Ganze  das  Ansehen  einer  sechsseitigen  Tafel  mit  abwechselnd  schief
angesetzten  Seitenflächen  gewann.  Jeder  aufmerksame  Beobachter
hat  wohl  auf  den  Theilungsflächen  des  geschmolzenen  Wismuths,
scheinbar  dem  Octaeder  angehörig,  gewisse  Streifen  bemerkt,  die
den  Kanten  dieser  Octaeder  parallel  sind.  Sie  fanden  sich  sehr
deutlich  an  den  von  den  natürlichen  Krystallen  abgetrennten  Blättchen, ­
  genau  so  wie  an  den  geschmolzenen  Massen,  von  welchen
ich  längst  sehr  glattflächige  Stücke  zu  einer  gelegentlichen  Untersuchung ­
  aufbewahrt  hatte.  Die  Streifen  sind  in  der  Regel  sehr
schmal  und  erscheinen  deutlich  als  Krystalltheile,  die  in  einer  etwas
abweichenden  Lage  in  den  Hauptkrystall  eingewachsen  sind,  so  wie
man  dies  etwa  am  Albit,  Oligoklas  u.  s.  w.  zu  finden  gewohnt  ist.
Es  gelang  Herrn  Dr.  Hör  ne  s  und  mir  sehr  bald  selbst  eine  Messung ­
  des  von  den  Hauptflächen  und  den  als  dünne  Blättchen  eingewachsenen ­
  Krystalltheilen  anzustellen,  die  für  die  Neigung  an  der

i)  Übersichtliche  Darstellung  des  Molis’sclien  Mineralsystems,  S.  101.
Berichte  über  die  Mitth.  v.  Freunden  der  Naturwissensch.  tl.  S.  353.

Sitzb.  d.  matliem.-naturw.  CI.  I.  Bd.

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