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H a i di n ge r.
Über die regelmässige Gestalt des Wismutlis.
Von W. Haidinger.
Ganz neuerlich beschreibt Herr J. Nikles Krystalle von Zink
in „Pentagonal-Dodekaedern, die in Allem an die Form von Schwefelkies
und Glanzkobald erinnern'' *), während früher Nöggerath
die Krystallform des reinen Zinks als „eine sechsseitige Säule” ä )
angegeben hat. Herr Nikles bemerkt dabei, dass von allen Metallen
nur Zink, Antimon und Arsenik Formen besitzen, die nicht zum
regulären System gehören. Übrigens wird doch noch angeführt,
dass das Zinn dimorph sei, viergliedrig nach Miller 3 ), würflig
nach Franken heim, ferner dass Palladium und Iridium nach
Gustav Rose isodimorph seien, indem beide im „rhombischen
(soll heissen rhomboedrischen) und cubischen” Systeme krystallisiren
4 ).
Auch die Krystallform des Tellurs gehört in das rhomboedrische
System, wie dies bereits Phillips 5 ) gefunden und erst neuerlich
Hausmann durch die Lage der Theilbarkeit, spiegelflächig, parallel
den Seitenflächen, in Spuren senkrecht auf die Axe eines regelmässig
sechsseitigen Prismas, bestätigt hat c ). Hausmann untersuchte
geschmolzenes Tellur; auch das natürliche stimmt in dieser Eigenschaft
vollkommen überein, nach Stücken in dem k. k. Hof-Mineralien-Cabinete,
welche ich zu vergleichen Gelegenheit batte.
Das metallische Wismuth wurde bisher immer als eines von
den Metallen betrachtet, deren Formen in das tessularische System
gehören. Herr Dr. Moritz Hörn es gibt rhomboedrische Formen an,
mit einem scharfen Grundrhomboeder von 70° S7', dessen Axe
= y 17.189, so zwar, dass die gewöhnlich als Octaeder angenommene
Theilungsgestalt eine Combination der Basis und dieses Rhomboeders
wäre, die Winkel also anstatt sämmtlich 109° 28'16" zu
betragen, an den Combinationskantcn = 109° S3', an den Seiten-*)
Poggendorff’s Annalen 1848, Nr. 7, LXX1V, S. 442. Ann. de chimic etc.
Ser. III, t. XXII, p. 37.
2 ) PoggendorfTs Annalen XXXIX, S. 324.
3 ) Pogg. LVIII, S. 600.
4 ) Pogg. LV, p. 329.
®) Eleinentary Introduction to Mineralogy. IV Ed. By R. Allan, p. 340.
6 ) Hausmann. Handbuch der Mineralogie. S. 17.