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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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H  a  i  di  n  ge  r.

Über  die  regelmässige  Gestalt  des  Wismutlis.
Von  W.  Haidinger.
Ganz  neuerlich  beschreibt  Herr  J.  Nikles  Krystalle  von  Zink
in  „Pentagonal-Dodekaedern,  die  in  Allem  an  die  Form  von  Schwefelkies ­
  und  Glanzkobald  erinnern''  *),  während  früher  Nöggerath
die  Krystallform  des  reinen  Zinks  als  „eine  sechsseitige  Säule”  ä )
angegeben  hat.  Herr  Nikles  bemerkt  dabei,  dass  von  allen  Metallen
nur  Zink,  Antimon  und  Arsenik  Formen  besitzen,  die  nicht  zum
regulären  System  gehören.  Übrigens  wird  doch  noch  angeführt,
dass  das  Zinn  dimorph  sei,  viergliedrig  nach  Miller  3 ),  würflig
nach  Franken  heim,  ferner  dass  Palladium  und  Iridium  nach
Gustav  Rose  isodimorph  seien,  indem  beide  im  „rhombischen
(soll  heissen  rhomboedrischen)  und  cubischen”  Systeme  krystallisiren
  4 ).
Auch  die  Krystallform  des  Tellurs  gehört  in  das  rhomboedrische
System,  wie  dies  bereits  Phillips  5 )  gefunden  und  erst  neuerlich
Hausmann  durch  die  Lage  der  Theilbarkeit,  spiegelflächig,  parallel
den  Seitenflächen,  in  Spuren  senkrecht  auf  die  Axe  eines  regelmässig
sechsseitigen  Prismas,  bestätigt  hat  c ).  Hausmann  untersuchte
geschmolzenes  Tellur;  auch  das  natürliche  stimmt  in  dieser  Eigenschaft ­
  vollkommen  überein,  nach  Stücken  in  dem  k.  k.  Hof-Mineralien-Cabinete,
  welche  ich  zu  vergleichen  Gelegenheit  batte.
Das  metallische  Wismuth  wurde  bisher  immer  als  eines  von
den  Metallen  betrachtet,  deren  Formen  in  das  tessularische  System
gehören.  Herr  Dr.  Moritz  Hörn  es  gibt  rhomboedrische  Formen  an,
mit  einem  scharfen  Grundrhomboeder  von  70°  S7',  dessen  Axe
=  y  17.189,  so  zwar,  dass  die  gewöhnlich  als  Octaeder  angenommene ­
  Theilungsgestalt  eine  Combination  der  Basis  und  dieses  Rhomboeders ­
  wäre,  die  Winkel  also  anstatt  sämmtlich  109°  28'16"  zu
betragen,  an  den  Combinationskantcn  =  109°  S3',  an  den  Seiten-*)

  Poggendorff’s  Annalen  1848,  Nr.  7,  LXX1V,  S.  442.  Ann.  de  chimic  etc.
Ser.  III,  t.  XXII,  p.  37.
2 )  PoggendorfTs  Annalen  XXXIX,  S.  324.
3 )  Pogg.  LVIII,  S.  600.
4 )  Pogg.  LV,  p.  329.
®)  Eleinentary  Introduction  to  Mineralogy.  IV  Ed.  By  R.  Allan,  p.  340.
6 )  Hausmann.  Handbuch  der  Mineralogie.  S.  17.
            
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