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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Beobachtungen  während  des  Nordlichtes  etc.

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so  wurden  die  Beobachtungen  leider!  eingestellt;  leider,  denn  um
ungefähr  10i>  30  trat  ein  Nordlicht  mit  solch  intensiver  Beleuchtung
auf,  dass  die  Helligkeit  die  Wolken  durchdrang,  und  mehr  als  den
halben  Himmel  wahrhaft  blutig  röthete.  Beobachter  an  höher  gelegenen ­
  Orten,  wo  die  Bewölkung  den  Anblick  weniger  hinderte,  sagen
aus:  „das  Ansehen  dieser  Beleuchtung  war  schauerlich;  da  die  Gegend
mit  Schnee  bedeckt  war,  an  einigen  Orten  während  dem  Schnee  fiel,
so  wurde  das  rothe  Licht  von  der  Schneedecke  und  den  fallenden
Flocken  nach  allen  Seiten  reflectirt;  es  war  der  Anblick  nicht  anders
als  sähe  man  die  Gegend  und  den  Himmel  durch  ein  blutigrothes  Glas
an.  Die  Helligkeit  war  so  gross,  dass  man  deutlich  lesen  konnte.”
Von  einer  Strahlenentwickelung  war  natürlich  hei  diesem  Zustande
des  Himmels  in  unserer  Gegend  nichts  auszunehmen.  Die  ganze
Erscheinung  dauerte  kaum  eine  halbe  Stunde.
Die  wenigen  an  den  Magnetometern  gemachten  Beobachtungen
bestätigen  wieder  den  Einfluss  des  Nordlichtes  auf  die  magnetischen
Instrumente,  und  zwar  in  demselben  Sinne,  wie  er  sich  aus  den
Beobachtungen  bei  dem  Nordlichte  am  18.  October  herausstellte,  als
das  Nordlicht  noch  nicht  seine  grösste  Ausbildung  erreicht  hatte.
Das  Unifilare  war  am  Morgen  des  18.  Novembers  wieder  in  Ordnung, ­
  während  das  Bifilare  erst  am  Nachmittag  des  19.  Novembers
von  einer  so  heftigen  Aufregung  sich  wieder  erholte.
Aus  Rom  berichtet  ein  Correspondent  der  allgemeinen  Augsburger ­
  Zeitung  vom  17.  November,  dass  man  dort  bei  ganz  reinem
Himmel  am  Abende  dieses  Tages  zwischen  10  und  11  Uhr  ein  prachtvolles ­
  Nordlicht  mit  den  schönsten  farbigen  Strahlen  beobachtet  habe,
welches  sich  fast  über  den  ganzen  nördlichen  Himmel  verbreitete.  Im
Nordwest  ausser  dem  Bereiche  des  Nordlichtes  sah  man  zugleich
beständiges  Blitzen.
Das  Barometer  stand  bei  uns  am  16.  und  17.  November  über
dem  mittleren  Stande  des  Ortes,  fiel  am  18.  und  19.  ein  Bischen,
und  erhebt  sich  am  20.  November  wieder  über  den  mittleren  Stand.
An  den  Tagen  vor  diesem  Nordlichte  stand  das  Thermometer
immer  in  der  Nähe  des  Gefrierpunktes,  am  16.  in  den  Morgen-  und
Abendstunden  unter  0 ? 0  R.;  am  17.  erhält  es  sich  stets  über  Null,
so  auch  am  18.,  19.,  20.  Am  18.  November  Maximum  =  8 ? 3  R.;  am
21.  tritt  grössere  Kälte  ein  (Minimum  —  4 ? 0  R.)  und  hält  durch
3  Tage  an,  worauf  die  Temperatur  wieder  milder  wird.
            
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