Beobachtungen während des Nordlichtes etc.
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so wurden die Beobachtungen leider! eingestellt; leider, denn um
ungefähr 10i> 30 trat ein Nordlicht mit solch intensiver Beleuchtung
auf, dass die Helligkeit die Wolken durchdrang, und mehr als den
halben Himmel wahrhaft blutig röthete. Beobachter an höher gelegenen
Orten, wo die Bewölkung den Anblick weniger hinderte, sagen
aus: „das Ansehen dieser Beleuchtung war schauerlich; da die Gegend
mit Schnee bedeckt war, an einigen Orten während dem Schnee fiel,
so wurde das rothe Licht von der Schneedecke und den fallenden
Flocken nach allen Seiten reflectirt; es war der Anblick nicht anders
als sähe man die Gegend und den Himmel durch ein blutigrothes Glas
an. Die Helligkeit war so gross, dass man deutlich lesen konnte.”
Von einer Strahlenentwickelung war natürlich hei diesem Zustande
des Himmels in unserer Gegend nichts auszunehmen. Die ganze
Erscheinung dauerte kaum eine halbe Stunde.
Die wenigen an den Magnetometern gemachten Beobachtungen
bestätigen wieder den Einfluss des Nordlichtes auf die magnetischen
Instrumente, und zwar in demselben Sinne, wie er sich aus den
Beobachtungen bei dem Nordlichte am 18. October herausstellte, als
das Nordlicht noch nicht seine grösste Ausbildung erreicht hatte.
Das Unifilare war am Morgen des 18. Novembers wieder in Ordnung,
während das Bifilare erst am Nachmittag des 19. Novembers
von einer so heftigen Aufregung sich wieder erholte.
Aus Rom berichtet ein Correspondent der allgemeinen Augsburger
Zeitung vom 17. November, dass man dort bei ganz reinem
Himmel am Abende dieses Tages zwischen 10 und 11 Uhr ein prachtvolles
Nordlicht mit den schönsten farbigen Strahlen beobachtet habe,
welches sich fast über den ganzen nördlichen Himmel verbreitete. Im
Nordwest ausser dem Bereiche des Nordlichtes sah man zugleich
beständiges Blitzen.
Das Barometer stand bei uns am 16. und 17. November über
dem mittleren Stande des Ortes, fiel am 18. und 19. ein Bischen,
und erhebt sich am 20. November wieder über den mittleren Stand.
An den Tagen vor diesem Nordlichte stand das Thermometer
immer in der Nähe des Gefrierpunktes, am 16. in den Morgen- und
Abendstunden unter 0 ? 0 R.; am 17. erhält es sich stets über Null,
so auch am 18., 19., 20. Am 18. November Maximum = 8 ? 3 R.; am
21. tritt grössere Kälte ein (Minimum — 4 ? 0 R.) und hält durch
3 Tage an, worauf die Temperatur wieder milder wird.