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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

6  I  2  Reslhub  er.
Atmosphärische  Zustände  während  des  Nordlichtes.
Die  Tafel  Y  enthält  die  täglichen  Beobachtungen  des  Barometers,
Thermometers,  der  Wolken  und  des  Windes  vom  18.  October  und
den  unmittelbar  vorausgehenden  und  nachfolgenden  drei  Tagen.
Das  Barometer  stand  in  den  Tagen  16.,  17.,  18.,  19.  October
ziemlich  tief;  der  Grund  liegt  in  den  südöstlichen  Luftströmungen
der  oberen  Regionen,  wie  sich  dieses  aus  dem  Wolkenzüge  herausstellt; ­
  es  fällt  das  Barometer  bis  auf  26".267  Pariser  Zolle  am  Morgen ­
  um  5  Uhr  des  19.  Octobers,  von  wo  an  es  steigt,  und  am  Morgen
des  21.  Octobers  sich  wieder  dem  mittleren  Stande  des  Ortes
=  26".920  Par.  Zolle  stark  nähert.
Die  Temperatur  zeigt  am  18.  nichts  Auffallendes  im  Gange;  das
Minimum  betrug  2 ? 4  R.,  das  Maximum  10 9 6  nach  2 h  Abends;  aber
ganz  ungewöhnlicher  Weise  tritt  in  der  Nacht  um  2 h  Morgens  des
19.  Octobers  ein  neues  Maximum  =  11 9 9  R.  ein,  welches  sogar
grösser  als  das  Maximum  am  Tage  war;  die  Ursache  ist,  dass  sich  die
südliche  Luftströmung,  aus  den  höheren  Regionen  auf  die  Oberfläche
der  Erde  herabsenkte,  von  2 h  Morgens  bis  nach  4 h  des  19.  Octobers
weht  ein  ziemlich  heftiger  Südwind.
Das  Interessanteste  in  den  atmosphärischen  Verhältnissen  dieses
Abends  war,  dass  man  schon  um  6 1 '  Abends  bei  ganz  bedecktem  Himmel ­
  bis  gegen  12 h  Na*chts,  selbst  als  der  Himmel  ganz  rein  war,  im
S.,  SSO.  und  SSW.  beständig  blitzen  sab,  was  für  unsere  Gegend
in  dieser  Jahreszeit  schon  eine  Seltenheit  ist.
Sonst  bieten  weder  die  Tage  vor  noch  die  nach  dem  Nordlichte
eine  besondere  Änderung  der  Witterung  dar.
II.  Nordliehtam  17.  November  1848.
Am  17.  November  zeigte  sich  bei  der  Beobachtung  um  2 h
Abends  eine  bedeutende  Störung  des  Bifilarmagnetometers,  während
das  Unifilare  fast  auf  seinem  mittleren  Stande  war;  ich  beobachtete
die  Stände  beider  Magnete  wieder  nach  3 U ,  und  fand  sie  nun  beide
in  starker  Bewegung;  um  8 1 '  Abends  hatten  Beide  auffallend  niedere
Stände;  ich  liess  die  Magnete  durch  eine  Stunde  fort  beobachten,
die  Ergebnisse  dieser  Beobachtungen  sind  in  Tafel  VI  zusammengestellt. ­
  Declination  und  Intensität  sind  ungewöhnlich  klein.  Da  das
Unifilare  während  einer  ganzen  Stunde  fast  stationär  blieb,  und  der
Himmel  gänzlich  trüb  durchaus  keine  Hoffnung  für  Auslieferung  gab,
            
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