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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Beobachtungen  während  des  Nordlichtes  etc.

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Höhe  erhält,  und  dann  schnell  abnimmt,  nach  einigem  Hin-  und
Herschwanken  (das  Nordlicht  hat  inzwischen  an  Intensität  abgenommen) ­
  erreicht  um  1  l h  48'  die  Declination  abermals  ein  Minimum,  die
Intensität  ein  Maximum  (wahrscheinlich  verstärkte  sich  das  Nordlicht
noch  einmal;  bei  uns  war  wegen  trüben  Himmels  nichts  mehr  zu
sehen),  worauf  die  Declination  wieder  wächst,  die  Intensität  aber  erst
nach  12  bis  IS  Minuten  merklich  abnimmt;  dann  bleiben  durch  längere ­
  Zeit  beide  Elemente  auf  ziemlich  unverändertem  Stande,  bis  die
Intensität  um  13 h  IS'  das  Minimum,  die  Declination  um  13 h  S2'  ein
Maximum  erreicht.  Gegen  2 h  Morgens  kam  das  Declinatorium  in  seine
gewöhnliche  Lage,  und  behauptete  dieselbe  unter  mässigen  Oscillationen
  während  der  übrigen  Zeit  des  Termins;  das  Bililare  aber
blieb  fortwährend  sehr  aufgeregt,  und  kam  erst  spät  am  Abende
des  19.  Octobers  in  seinen  gewöhnlichen  Stand.
Die  grösste  beobachtete  Ablenkung  des  Declinatoriums  während
dieses  Phänomens  von  2 1 ’  0'  bis  10 h  42'  beträgt  133  Millimeter
oder  43  Minuten  im  Bogen;  in  der  kurzen  Zeit  von  10 h  6'  bis
10 h  42',  als  die  Strahlenentwiekelung  begann,  und  am  lebhaftesten
wurde,  beträgt  die  Ablenkung  133  Millimeter  =  46  Minuten  im  Bogen.
Die  stärkste  beobachtete  Änderung  der  Intensität  von  8n  Morgens ­
  bis  l h  IS'  Nachts  beträgt  128  Millimeter  oder  41  Minuten  im
Bogen,  in  Theilen  der  ganzen  Intensität  =  0.016441.
Die  Bewegungen  der  Magnete  zur  Zeit  der  grössten  Änderungen
waren  fast  unaufhaltsam  pro-  oder  regressiv,  so  dass  sie  nie  regelmässige ­
  Schwingungen  machten.
Aus  diesen  Beobachtungen  ergibt  sich  demnach  als  Schluss,  dass:
a)  zur  Zeit  eines  Nordlichtes  die  Magnete  sehr  afficirt  werden;
b)  dass  derEinlluss  am  grössten  ist  zur  Zeit  der  vollkommensten
Entwickelung  des  Nordlichtes;
c)  dass  der  Nordpol  des  Declinatoriums  gegen  Nord  abgelenkt,
also  die  Declination  kleiner  wird;
d)  dass  der  Nordpol  des  Bililar-Apparates,  als  das  Nordlicht  nicht
vollständig  entwickelt  ist,  von  West  gegen  Süd  abgelenkt,
die  Intensität  kleiner,  zur  Zeit  der  vollsten  Entwickelung
aber  von  West  gegen  Nord  abgelenkt,  die  Intensität
grösser  wird.
NB.  Bei  unserem  Bililare  ist  in  der  transversalen  Lage  der  Nordpol  gegen
West  gekehrt.

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