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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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608  Reslhuber.
Bewölkung  liess  den  Verlauf  des  Phänomens  während  dieser  Zeit
nicht  genau  verfolgen.
Um  10  Uhr  wird  der  ganze  nördliche  Himmel  heiter,  das  Nordlicht ­
  zeigt  sich  in  seiner  ganzen  Ausbreitung;  der  Himmel  war  vom
Horizonte  an  bis  über  den  Pol  sehr  schön  hellgelb  erleuchtet;  die
Grenzen  dieser  Beleuchtung  erstrecken  sich  von  Nord  bis  über  60  Grade
gegen  West  und  Ost.  Um  10 h  20'  beginnen  herrliche  Strahlen  etwas
divergirend  aufzuschiessen,  his  zu  einer  Höhe  von  ohngefähr  50  Grade,
die  hellsten  in  weissgelbem  Lichte  über  dem  magnetischen  Pole,  blässere ­
  schmale  mehrere  zu  beiden  Seiten  ;  im  NW.  (etwa  60°  von  N.
gegen  W.)  und  im  NO.  (etwa  30°  von  N.  gegen  O.)  stehen  zwei
breite,  fast  blutrothe  Strahlen,  als  die  äussersten  des  ganzen  Bildes.
Das  Centrum  des  Strahlenbogens  fällt  tief  unter  den  Horizont.  Am
Horizonte  bis  zu  mehreren  Graden  Höhe  war  der  Himmel  hellgrüngelb ­
  beleuchtet,  und  die  ganze  Lichtmasse  in  einer  unruhigen  zitternden ­
  Bewegung.  Die  mittleren  blassen  Strahlen  verschwinden,
andere  von  gleicher  Färbung  und  Breite  fahren  neben  ihnen  von  Zeit
zu  Zeit  auf,  die  am  magnetischen  Pole  bleiben  immer  die  längsten  und
hellsten,  so  dass  durch  selbe  die  Sterne  im  grossen  Bären  sehr  in
ihrem  Glanze  geschwächt  werden.  Um  IO' 1  40'  mag.die  Erscheinung
ihren  Glanzpunkt  erreicht  haben,  wo  das  Licht  und  die  Färbung  der
Strahlen  am  intensivsten  war.  Ich  muss  gestehen  ,  dass  ich  nie  einen
schöneren  Anblick  des  Himmels  gehabt  habe.  Um  diese  Zeit  waren
die  Magnete  in  der  höchsten  Aufregung.
Von  nun  an  nimmt  die  Erscheinung  allmählich  an  Stärke  der
Beleuchtung  ab.  Aus  Südwest,  ziehen  einzelne  Cirrus  heran,  welche
im  Bereiche  des  Nordlichtes  eine  dunkelrussige  Farbe  wie  Bauchwolken ­
  darboten.  Um  10 h  50'  fahren  abwechselnd  noch  immer  Strahlen ­
  auf,  aber  von  stets  schwächerem  Lichte.  Immer  mehr  Cirrus
verbreiten  sich  über  den  nördlichen  Himmel.  Um  11  Uhr  ist  die
Stelle  im  NW.  (60°  von  N.  gegen  VV.)  wieder  feuerroth,  welche
Färbung  sich  gegen  ll k  15'  langsam  verliert,  indem  die  Federwolken
in  jener  Gegend  immer  dichter  werden.
Um  1  l u  20'  war  wegen  Bewölkung  und  Mondschein  wenig  mehr
auszuuehmen;  um  1  l h  30'  der  ganze  Himmel  trüb.
            
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