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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

anatomischen  Sammlungen,  Schriften  etc.  601
welche,  wie  aus  anderweitigen  Beobachtungen  hervorgeht,  im  Blute
unserer  Teichfische  zur  Sommerszeit  nicht  so  selten  Vorkommen,
und  die  veranlassende  Ursache  jener  Varicositäten  zu  sein  scheinen,
welche  an  den  grossen  Körpervenen  dieser  Fische  (besonders  älterer
Exemplare)  häufig  getröden  werden.
c)  Die  Ramificationen  der  Kopfvenen  sind  an  bestimmten  Stellen
mit  Sinusen  versehen,  —  so  die  Vena  jugularis  superior  am  grossen
Keilheinsflügel  hei  Esox,  die  Kiemendeckelvene  bei  Trigla  und
Uranoscopus,  die  Zungenbeinvene  hei  Silurus  glcinis,  die  Cerebralvene ­
  am  Schädelgrunde  hoi  Lophius  piscatorius.  —  Audi  venöse
Wundernetze  von  straliliger  Form  finden  sich  an  den  Kiemendeckeln
der  Hechte,  und  cavernöse  Geflechte  in  der  Schleimhaut  der  Riechgruben. ­
  Der  an  der  Schädelbasis  befindliche,  die  Ursprünge  der
Augenmuskeln  enthaltende  knöcherne  Canal  enthält  gleichfalls  ein
dicht  genetztes  Rete  mirabile,  welches  eine  Abtheilung  der  Augenvenen ­
  aufnimmt.—Die  Hyaloidea  und  die  hintere  Wand  der  Linsenkapsel ­
  des  Fischauges  ist  eine  mit  den  schönsten  Blutadernetzen
reichlich  versehene  Membrane,  und  ich  habe  mich  wiederholt  überzeugt, ­
  dass  diese  Netze  nicht  der  anliegenden  Gefässschicht  der
Retina  zugehören.
d)  Rathke’s  Cardinalvenen  nehmen  nie  die  Venen  des  Schultergürtels ­
  auf,  welche  sich  immer  selbstständig  in  den  Sinus  pericardiaco-phrenicus
  entleeren,  sondern  sind  in  der  überwiegend
grösseren  Mehrzahl  der  Fälle  bloss  Venae  renales  revehentes.  Sie  sind
äusserst  selten  einander  an  Volumen  gleich  (wie  hei  üioäon  und
Tetrodon):  meistens  übertrifft  die  rechte  die  linke  um  das  5—ßfache
(wie  hei  Exocoetus,  Periophthalmus,  Clinns,  Zoarccs,  Acanthopsis),
  und  es  ist  mir  nur  ein  Fall  bekannt  geworden,  wo  die
linke  gegen  die  rechte  im  Vortheil  war,  wie  hei  dem  merkwürdigen
Erythrinxis  uninotatus.  Bei  den  Percoiden  und  vielen  anderen  Familien ­
  der  Acanthopterygii,  wo  die  hinteren  Enden  der  beiden  Nieren
zu  einem  unpaaren  keilförmigen  Lappen  verschmolzen  sind,  liegt  an
der  unteren  Fläche  desselben  ein  medianer  unpaarer  Sinus,  welcher
von  beiden  Nieren  Blut  aufnimmt,  und  sich  nur  in  die  rechte  Vena
cardinalis  fortsetzt.  Die  linke  Cardinalvene,  welche  demzufolge  bloss
Blut  aus  dem  Kopfende  der  linken  Niere  abführt,  reicht  für  dieses
Geschäft  mit  dem  kleinsten  Volumen  aus.  —  Die  grosse  Prävalenz
der  rechten  Nierenvene  kommt  sehr  oft  mit  linkseitiger  Lagerung  der
            
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