anatomischen Sammlungen, Schriften etc. 601
welche, wie aus anderweitigen Beobachtungen hervorgeht, im Blute
unserer Teichfische zur Sommerszeit nicht so selten Vorkommen,
und die veranlassende Ursache jener Varicositäten zu sein scheinen,
welche an den grossen Körpervenen dieser Fische (besonders älterer
Exemplare) häufig getröden werden.
c) Die Ramificationen der Kopfvenen sind an bestimmten Stellen
mit Sinusen versehen, — so die Vena jugularis superior am grossen
Keilheinsflügel hei Esox, die Kiemendeckelvene bei Trigla und
Uranoscopus, die Zungenbeinvene hei Silurus glcinis, die Cerebralvene
am Schädelgrunde hoi Lophius piscatorius. — Audi venöse
Wundernetze von straliliger Form finden sich an den Kiemendeckeln
der Hechte, und cavernöse Geflechte in der Schleimhaut der Riechgruben.
Der an der Schädelbasis befindliche, die Ursprünge der
Augenmuskeln enthaltende knöcherne Canal enthält gleichfalls ein
dicht genetztes Rete mirabile, welches eine Abtheilung der Augenvenen
aufnimmt.—Die Hyaloidea und die hintere Wand der Linsenkapsel
des Fischauges ist eine mit den schönsten Blutadernetzen
reichlich versehene Membrane, und ich habe mich wiederholt überzeugt,
dass diese Netze nicht der anliegenden Gefässschicht der
Retina zugehören.
d) Rathke’s Cardinalvenen nehmen nie die Venen des Schultergürtels
auf, welche sich immer selbstständig in den Sinus pericardiaco-phrenicus
entleeren, sondern sind in der überwiegend
grösseren Mehrzahl der Fälle bloss Venae renales revehentes. Sie sind
äusserst selten einander an Volumen gleich (wie hei üioäon und
Tetrodon): meistens übertrifft die rechte die linke um das 5—ßfache
(wie hei Exocoetus, Periophthalmus, Clinns, Zoarccs, Acanthopsis),
und es ist mir nur ein Fall bekannt geworden, wo die
linke gegen die rechte im Vortheil war, wie hei dem merkwürdigen
Erythrinxis uninotatus. Bei den Percoiden und vielen anderen Familien
der Acanthopterygii, wo die hinteren Enden der beiden Nieren
zu einem unpaaren keilförmigen Lappen verschmolzen sind, liegt an
der unteren Fläche desselben ein medianer unpaarer Sinus, welcher
von beiden Nieren Blut aufnimmt, und sich nur in die rechte Vena
cardinalis fortsetzt. Die linke Cardinalvene, welche demzufolge bloss
Blut aus dem Kopfende der linken Niere abführt, reicht für dieses
Geschäft mit dem kleinsten Volumen aus. — Die grosse Prävalenz
der rechten Nierenvene kommt sehr oft mit linkseitiger Lagerung der