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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

so

Partsch.  Über  das  Meteoreisen  von  Seeläsgen.

derung  der  schwarzen,  die  Spalten  oder  Gänge  ausfüllenden  Substanz ­
  vorgegangen,  die  in  ein  braunes  Eisenoxyd-Hydrat  umgeändert ­
  worden  ist.
Eine  andere  Merkwürdigkeit  dieses  Eisens  besteht  darin,  dass
von  der  Oberfläche  der  Eisenmasse  innerhalb  dieser  Gangspalten
Zacken  oder  zäbnige  Gestalten  von  Eisen  aus  der  Masse  hervortreten, ­
  die  das  braune  Eisenoxydhydrat  umhüllt.  Dies  ist  noch  bei
keiner  anderen  meteorischen  Eisenmasse  wahrgenommen  worden.
Eines  von  den  zwei,  von  Herrn  Bondi  mir  eingesendeten  und  der
Akademie  vorliegenden  Stückchen,  zeigt  die  braune  Oberfläche
einer  Gangkluft  und  einen  daraus  sich  erhebenden  kleinen  Zacken
ziemlich  deutlich.  Derlei  Zacken,  oder  um  in  der  mineralogischen
Terminologie  zu  sprechen,  derlei  zähnliche  und  drathförmige,
nachahmende  Gestalten,  durch  reihenförmige  Zusammenhäufung  von
Krystallen,  die  sich  gegenseitig  berührten  und  in  der  Ausbildung
hinderten,  entstanden,  mögen  in  diesem  interessanten  Eisen  wohl
noch  weit  ausgezeichneter  Vorkommen.
Zur  Geschichte  des  brandenburgischen  Meteoreisens  diene
noch  folgende  mir  ebenfalls  von  Herrn  Bondi  mitgetheilte  Notiz.
Die  Masse  wurde  vor  mehreren  Jahren  in  der  Nähe  des  Dorfes
Seeläsgen  auf  einer  Wiese,  beim  Ziehen  eines  Grabens,  7  Ellen
tief  unter  der  Oberfläche  des  Bodens  gefunden.  Der  Eigenthümer
des  Grundes  verkaufte  sie  an  einen  Eisentrödler  in  dem  benachbarten ­
  Städtchen  Züllichau,  hei  dem  sie  einige  Jahre  verblieb,  bis
ein  Breslauer  Mechaniker,  durch  die  bei  Braunau  in  Böhmen  niedergefallene ­
  Eisenmasse  aufmerksam  gemacht,  sie  kürzlich  ins  Auge
fasste  und  an  sich  brachte.
Wie'  viele  solche,  entweder  in  vorhistorischer  oder  in  einer
Zeit,  als  die  Erde  noch  wenig  bevölkert  war,  gefallene  Eisenmassen
mag  die  Oberfläche  der  Erdrinde  nicht  noch  einschliessen!  Dieser
merkwürdige  Fund  erinnert  an  die  vielen  Meteor-Eisenmassen,  die
man  in  den  letzten  Jahren,  als  sich  die  Aufmerksamkeit  mehr  auf
solche  Gegenstände  richtete,  bei  Urbarmachung  bis  dahin  wüst  gelegener ­
  Landstriche  in  den  Vereinigten  Staaten  von  Nord-Amerika
aufgefunden  hat.  Es  sind  ihrer  allda  in  wenigen  Jahren,  vorzüglich
durch  die  Bemühungen  der  Herren  Troost  und  Shepard  18  bis  20
bekannt  geworden,  unter  welchen  aber  etwa  2  oder  3  Kunstproducte
  sein  dürften.
            
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