Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

H  y  i'  11.  Übei  den  Verlust  seiner

398
organs  übernehme.  Da  diese  Papille  bei  beiden  Geschlechtern
vorkommt,  so  erschien  mir  diese  Angabe  von  vornherein  verdächtig.
Ich  habe  dagegen  durch  die  Untersuchung  mehrerer  Species  dieser
Gattung  bewiesen,  dass  diese  penisartige  Papille  der  erste  verkümmerte ­
  und  knorpelig  bleibende  Flossenstrahl  der  Afterflosse  ist,
welcher  sich  von  seinen  Nachfolgern  isolirt,  aber  noch  immer  durch
dieselben  Muskeln  bewegt  wird.  —  Unter  der  Haut  der  Aftergegend
versteckte  epigonale  Säcke  der  weiblichen  Zeugungsorgane  fand  ich
bei  Malthe  vespertilio,  —  ebenso  einen  knorpeligen,  mit  dicken
Muskelschichten  umhüllten  Behälter  zur  Aufnahme  und  Projection  des
Sperma  bei  Clinns  superciliosus.  —  Eine  Tabelle  lieferte  eine
genaue  Übersicht  über  die  bei  verschiedenen  Geschlechtern  sehr
verschiedenen  Verhältnisse  der  äusseren  Geschlechtsorgane  zu  der
Urethralmündung,  welche  unter  den  Rubriken  von  vorspringenden
Vaginalcylindern,  Urogenitalpapillen  und  Urethralwärzchen  einerseits ­
  ,  andererseits  von  vertieften  Trichtern,  Gruben  und  wahren
Cloakenbiklungen  zusammengefasst  wurden.  —
Da  ich  das  zu  diesen  Untersuchungen  verwendete  Materiale
mit  der  Zeit  wieder  zusammenzubringen  hoffe,  werde  ich  auch  im
Stande  sein,  die  Arbeit  wieder  zu  beginnen,  und  ihr  vielleicht  noch
mehr  Vollständigkeit  zu  geben,  als  es  bei  der  ersten  Vornahme  derselben ­
  möglich  war.  Nur  der  miskroskopische  Theil,  welcher  eine
Tabelle  von  Messungen  der  Harncänälchen  und  der  MalphighisChen
Nierenknäule  der  Fische  enthielt,  bleibt  unersetzlich,  da  meine  an
öOOO  Numern  reiche  Sammlung  der  feinsten  Gefässinjectionen  mir
nicht  mehr  zu  Gebote  steht.
Die  zweite  Untersuchung  betraf  das  Venensystem  der  Fische.
Ein  Blick  in  die  umfassendsten  vergleichend  anatomischen  Handbücher
mag  es  beweisen,  wie  gering  unsere  Kenntnisse  über  den  venösen
Antheil  des  Gefässsystems  der  Fische  waren.  Mit  Ausnahme  der
grossen,  mit  dem  Herzen  zusammenhängenden  Venenstämme,  waren
alle  weiteren  Verzweigungen  derselben  vollkommen  unbekannt.  Die
Schwierigkeit,  ja  Unmöglichkeit,  die  äusserst  dünnwandigen  und
grossentheils  nur  als  Sinuse  existirenden  Venen  der  Fische  durch
das  gewöhnlich  gebräuchliche  Injectionsverfahren  zu  füllen,  und
dadurch  der  Präparation  zugängig  zu  machen,  erklärt  es  zur  Genüge,
warum  eine  vollständige  anatomische  Schilderung  dieses  Systems
so  lange  auf  sich  warten  liess.  Durch  vielfache  Versuche  ist  es  mir
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.