anatomischen Sammlungen, Schriften etc.
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Die Formen der Harnblase sind so mannigfaltig, dass sie sich
nur durch die Ansicht eines Tableaus versinnlichen Hessen, welches
die Übergänge von der sphärischen (Chrysopbrys aurata) zur
cylindrischen, zweihörnigen, zweifächerigen, und endlich doppelten
Blase darstellte. Die merkwürdigste Form zeigt Lota vulgaris, von
welcher ich ein sehr grosses Exemplar zu untersuchen Gelegenheit
hatte. Die grosse, bimförmige , links abweichende Harnblase war
mit ohngefähr 20 Nebenblasen besetzt, welche, so oft sich die Blase
zusammenzog (ich untersuchte das Thier lebend) und den Harn in
diese Nebenblasen trieb, zur Grösse einer Erbse und darüber turgescirten,
und der Blase das Ansehen einer beerenbesetzten Traube
verliehen. (Vielleicht ein pathologischer Zustand.) In der Blase
desselben Thieres fand ich einen 15 Gran schweren Blasenstein —
der einzige bekannte Fall von Concrementbildung im Fischharne. —
Drüsige Nebenorgane der Harnblase fand ich beim Sandaal
(Ammodytes tobianus), — eine mit feinen Rauhigkeiten (wie
Zähnchen) besetzte rundliche Knochenscheibe in der Rückenwand
der Rlase bei Uranoscopus scaber, — abweichende Lagenverhältnisse
bei Conger brasil., Muraenophis saga und Muraena helena.
f') Auch die Anordnung der äusseren Öffnungen der Geschlechtsund
Harnwerkzeuge bietet interessante und für die Bestimmung des
Geschlechtes nicht unwichtige Verschiedenheiten dar. Es ist nicht
richtig, dass bei allen Fischen, wie es heisst, dieUrogenitalöffnungen
hinter dem After liegen. Bei den aus dem Linneischen Genus Pleuronectes
gebildeten Gattungen kommen seitlich vom After befindliche,
links-oder rechtsständige Urethralmündungen vor. Bei Hippocampus
münden Harn- und Geschlechtswege in den After, welcher bei den
Diodonten und Tetrodonten sich zu einer wahren Amphibienkloake
umwandelt. Auch ist es unrichtig, dass die Zeugungswege sich
immer mit einer einfachen Mündung nach aussen öffneten. Ich habe
bei einem sehr grossen männlichen Exemplare von Blennius gattorugine
die Ductus ejaculatorii zu beiden Seiten der Urethralöflfnung
münden gesehen, während bei den Weibchen derselben Art nur ein
einfacher Geburtsweg sich vor der Harnröhre öffnet. — Wahre
Samenbläschen habe ich in merkwürdig verzweigter Form bei Blennius,
als einfache Diverticula des Samenleiters bei Mullus barbatus
aufgefunden. — Cuvier behauptete, dass die bei allen Blenniusarten
hinter dem After befindliche Papille die Rolle eines Begattungs-