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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

anatomischen  Sammlungen,  Schriften  etc.

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Die  Formen  der  Harnblase  sind  so  mannigfaltig,  dass  sie  sich
nur  durch  die  Ansicht  eines  Tableaus  versinnlichen  Hessen,  welches
die  Übergänge  von  der  sphärischen  (Chrysopbrys  aurata)  zur
cylindrischen,  zweihörnigen,  zweifächerigen,  und  endlich  doppelten
Blase  darstellte.  Die  merkwürdigste  Form  zeigt  Lota  vulgaris,  von
welcher  ich  ein  sehr  grosses  Exemplar  zu  untersuchen  Gelegenheit
hatte.  Die  grosse,  bimförmige  ,  links  abweichende  Harnblase  war
mit  ohngefähr  20  Nebenblasen  besetzt,  welche,  so  oft  sich  die  Blase
zusammenzog  (ich  untersuchte  das  Thier  lebend)  und  den  Harn  in
diese  Nebenblasen  trieb,  zur  Grösse  einer  Erbse  und  darüber  turgescirten,
  und  der  Blase  das  Ansehen  einer  beerenbesetzten  Traube
verliehen.  (Vielleicht  ein  pathologischer  Zustand.)  In  der  Blase
desselben  Thieres  fand  ich  einen  15  Gran  schweren  Blasenstein  —
der  einzige  bekannte  Fall  von  Concrementbildung  im  Fischharne.  —
Drüsige  Nebenorgane  der  Harnblase  fand  ich  beim  Sandaal
(Ammodytes  tobianus),  —  eine  mit  feinen  Rauhigkeiten  (wie
Zähnchen)  besetzte  rundliche  Knochenscheibe  in  der  Rückenwand
der  Rlase  bei  Uranoscopus  scaber,  —  abweichende  Lagenverhältnisse ­
  bei  Conger  brasil.,  Muraenophis  saga  und  Muraena  helena.
f')  Auch  die  Anordnung  der  äusseren  Öffnungen  der  Geschlechtsund ­
  Harnwerkzeuge  bietet  interessante  und  für  die  Bestimmung  des
Geschlechtes  nicht  unwichtige  Verschiedenheiten  dar.  Es  ist  nicht
richtig,  dass  bei  allen  Fischen,  wie  es  heisst,  dieUrogenitalöffnungen
hinter  dem  After  liegen.  Bei  den  aus  dem  Linneischen  Genus  Pleuronectes
  gebildeten  Gattungen  kommen  seitlich  vom  After  befindliche,
links-oder  rechtsständige  Urethralmündungen  vor.  Bei  Hippocampus
münden  Harn-  und  Geschlechtswege  in  den  After,  welcher  bei  den
Diodonten  und  Tetrodonten  sich  zu  einer  wahren  Amphibienkloake
umwandelt.  Auch  ist  es  unrichtig,  dass  die  Zeugungswege  sich
immer  mit  einer  einfachen  Mündung  nach  aussen  öffneten.  Ich  habe
bei  einem  sehr  grossen  männlichen  Exemplare  von  Blennius  gattorugine
  die  Ductus  ejaculatorii  zu  beiden  Seiten  der  Urethralöflfnung
münden  gesehen,  während  bei  den  Weibchen  derselben  Art  nur  ein
einfacher  Geburtsweg  sich  vor  der  Harnröhre  öffnet.  —  Wahre
Samenbläschen  habe  ich  in  merkwürdig  verzweigter  Form  bei  Blennius, ­
  als  einfache  Diverticula  des  Samenleiters  bei  Mullus  barbatus
aufgefunden.  —  Cuvier  behauptete,  dass  die  bei  allen  Blenniusarten
  hinter  dem  After  befindliche  Papille  die  Rolle  eines  Begattungs-
            
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