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Hyrtl. Über den Verlust seiner
e) Eine sehr merkwürdige Erscheinung ist die auffallende,
häufig vorkommende Asymmetrie der Harnblase. Dieses bei wasserbewohnenden
Thieren scheinbar nutzlose Behältniss liegt nur selten
vollkommen symmetrisch, seine lange Axe mit der geraden Körperaxe
parallel. Sie weicht entweder nach links oder nach rechts ab,
indem sie das Mesorcliium oder das Aufhängeband des betreffenden
Eierstockes durchohrt, oder ihrer ganzen Länge nach an die eine
Seitenwand des Unterleibes geheftet erscheint. Der ausgesuchteste
Fall dieser Art findet sich bei der Forelle, wo die elliptische Harnblase
durch ein kurzes Mesenterium an die rechte Bauchwand geheftet
ist. Selbst symmetrisch in der Medianlinie gelegene Blasen werden
dadurch unregelmässig, dass, wenn sie seitliche Hörner besitzen,
diese an Grösse und Richtung differiren, oder nur eines derselben
vorhanden ist, wie bei Callionymus Morrisonii, wo die über dem
linken Ovarium gelegene Harnblase von ihrem Grunde ein zum rechten
Eierstock herübergekrümmtes Horn aussendet. Es ist leicht zu begreifen
, dass bei einem im labilen Gleichgewichte schwimmenden
Thiere, dessen Schwerpunkt, wie bei allen Fischen, über dem Mittelpunkte
seiner Masse liegt, ungleiche Belastung seiner beiden Hälften
leicht ein Umschlagen des Leibes hervorrufen würde, wenn nicht
die Asymmetrie der übrigen Eingeweide, und namentlich der Leber,
eben durch die seitliche Verschiebung der oft sehr voluminösen Blase
corrigirt, und dadurch die horizontale Richtung und die aufrechte
Haltung des Fisches auch im ruhenden Zustande möglich gemacht
würden. Auch die ungleiche Grösse der recht- und linkseitigen Blutadern
und ihrer grossen Sinuse gibt ein wichtiges statisches Moment
für die Aecpiilibrirung des Fischleibes ab.
Diese Compensationsverhältnisse sind so richtig berechnet und
wiederholen sich so oft in derselben Weise, dass es möglich ist,
beim ersten Blick in die geöffnete Bauchhöhle eines Fisches zu sagen,
ob die Blase nach links oder nach rechts abweichend gefunden werden
wird. Es kommt auch vor, dass eine seitlich liegende, sehr
lange, cylindrische Blase, wie sie den Schleimlischen eigen ist, und
welche im gefüllten Zustande schwerer als der Leberlappen sein
würde, welchem sie das Gleichgewicht zu halten hat, sich mit ihrem
Scheitel über die Wirbelsäule weg nach der andern Seite krümmt,
um sich selbst zu contrebalanciren.