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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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M  o  rl  o  t.  Über  künstliche  Darstellung  von  Dolomit.

Dann  erst  ist  das  Werk  gekrönt  und  der  Schlussstein  zum  festen
Gewölbe  gelegt,  über  welchem  man  sichern  Fusses  zu  weiteren  Entdeckungen ­
  schreiten  wird.
Der  Versuch,  der  die  chemische  Reaction  nachwies,  war  sehr
leicht  und  einfach  auszuführen;  es  genügte,  die  zur  gegenseitigen
Reaction  bestimmten  Körper  in  ein  Stück  Glasröhre  einzuschmelzen
und  diese  zu  erhitzen;  allein  zur  Darstellung  des  Dolomites,  wie  ihn
die  Natur,  gemacht  hat,  braucht  es  auch,  wie  in  der  Natur,  einen
durchziehenden  Strom  der  umwandelnden  Flüssigkeit,  und  dazu
gehört  ungefähr  folgender  Apparat:  Ein  Stück  Flintenlauf,  zur
Aufnahme  des  umzuwandelnden  Körpers,  in  Verbindung  gesetzt  mit
einer  kleinen  Druckpumpe,  um  die  umwandelnde  Lösung  langsam
aber  mit  grosser  Gewalt  durch  den  umzuwandelnden  Körper  durchzupressen, ­
  dazu  noch  ein  Reservoir  zur  anzuwendenden  Lösung,  ein
Manometer  und  ein  Sicherheitsventil,  das  Ganze  so  gearbeitet,  dass
es  einen  Druck  von  hundert  Atmosphären  auslialten  kann.  Dass  dabei
Einfachheit  in  der  Construetion,  mit  leichter  Handhabung  und  Unabhängigkeit ­
  der  einzelnen  Ilaupttheile  verbunden  sein  muss,  versteht ­
  sich  wohl  von  selbst,  und  der  vorgelegte  Entwurf  dürfte  diesen
Bedingungen  entsprechen.  Ein  Umstand  von  hervorragender  Wichtigkeit ­
  dabei  ist,  dass  dieser  Apparat  nicht  nur  ein  einziges  Mal  zu
einem  einzelnen  Versuche  brauchbar  ist,  sondern  dass  er  zu  einer
ganzen  Reihe  von  ähnlichen  Versuchen  dienen  wird,  und  dadurch
zu  den  schönsten  und  interessantesten  Resultaten  zu  führen  verspricht. ­
  So  lässt  sich  z.  B.  erwarten,  dass,  wenn  man  den  Kalkspath
  durch  Basalt  ersetzt  und  im  Übrigen  die  ganz  identische
Manipulation  vornimmt,  sich  Serpentin  oder  Talk  bilden  wird,
indem  die  Basen  des  Basaltes  mit  der  Schwefelsäure  des  Bittersalzes ­
  fortgehen  und  nur  die  Kieselerde  mit  der  Talkerde  Zurückbleiben ­
  müssten,  wie  es  auch  wirklich  in  der  Natur  der  Fall  gewesen
zu  sein  scheint.
Es  ist  nun  leicht,  sich  einen  Begriff  von  dem  Folgenreichthum
des  einzuschlagenden  experimentellen  Weges  zu  machen;  die  Wissenschaft ­
  erleidet  dadurch,  wie  es  Fournet  bereits  anerkannt,  einen
gänzlichen  Umschwung,  und  durch  eine  solche  Behandlung  der  grossen
Frage  über  die  Entstehung  des  Dolomites  schreitet  man  direct  auf
die  Entwickelung  der  Gebirgsmetamorphose  los,  die  so  lange  ein
unauflöslicher  gordischer  Knoten  blieb.
            
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