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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Darstellung  von  Dolomit.

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sich  Andere  bemüht,  eine  bessere  Erklärung  zu  finden  ;  sie  gingen
aber  dabei  immer  von  der  einmal  vorgefassten  Meinung  einer  plutonischen
  Ursache  aus,  und  gelangten  zu  keinem  Resultat.  —  Wie  fest
die  durch  Selbstanschauung  gewonnene,  klare  Überzeugung  von  dem
metamorphiscben  Charakter  des  Dolomites,  bei  der  gänzlichen  Unmöglichkeit ­
  sich  durch  bekannte  Ursachen  von  seiner  Entstehungsweise
Rechenschaft  zu  geben,  wurzelte,  beweist  der  Umstand,  dass  sogar
die  Vermuthung  ausgesprochen  wurde,  es  möchten  Talkerde  und
Kalkerde  isomere  Formen  desselben  Körpers  sein,  und  daher  der
Kalkstein  durch  einen  innern  Urnwandlungsprocess  zu  Dolomit  werden ­
  können.  Dies  gibt  wohl  den  besten  Begriff  von  dem  verzweifelten ­
  Zustande,  in  welchem  Haidinger  die  Frage  fand,  als  er  sie  auffasste, ­
  und  durch  eine  Reihe  von  scharfen  Beobachtungen  und  wohlverketteten ­
  Inductionen  zum  Schlüsse  kam,  dass  es  eine  wässerige
Lösung  von  Bittersalz  sei,  welche  bei  gleichzeitiger  Ausscheidung
von  Gyps  den  Kalkstein  zu  Dolomit  umgewandelt  habe,  und  zwar  bei
erhöhter  Temperatur,  da  unter  den  gewöhnlichen  Umständen  gerade
umgekehrt  eine  Gypslösung  den  Dolomit  zu  Kalkstein  umwandelt  und
Bittersalz  ausscheidet.  Der  darauf  hin  eingeleitete  Versuch  erwahrte
vollkommen  die  vorausgesetzte  chemische  Reaction;  Beobachtungen
ganz  anderer  Art,  aus  dem  Gebiete  der  Mineralogie  und  Geologie,
bringen  täglich  neue  Bestätigungen  der  lichtvollen  Theorie,  und  kaum
ist  sie  ruchbar  geworden,  als  sich  schon  aus  dem  fernen  Auslande
Stimmen  des  freudigen  Beifalls  hören  lassen.  So  schreibt  Fournet,
einer  der  achtbarsten  französischen  Geologen,  der  sich  ganz  besonders ­
  mit  dem  Metamorphismus  beschäftigt,  und  so  eben  erst  ein
eigenes  Werk  über  Dolomit  herausgegeben  hat:  Vons  devez  dejä
voir  ä  la  moniere  dont  on  exploite  votre  theorie  que  Von  est  bien
aise  d'avoir  votre  point  d'appui  pour  pouvoir  rctourner  la  question
  et  se  tirer  d'un  mauvais  pas,  ou  Von  s’etait  temerairement
engage.  llparait  que  Mr.  Elie  de  B  e  aumont  renonce  aux  crateres
  de  soulevement  avec  vapeurs  magnesicnncs  pour  adopter
Vaction  aqueuse.  La  revolution  ne  saurait  etre  plus  complete!"
Aber  so  schön  diese  Resultate  auch  sind,  so  ist  doch  die  Aufgabe ­
  nur  zur  Hälfte  gelöst;  indem  bloss  die  chemische  Reaction  nachgewiesen ­
  wurde,  und  noch  immer  das  Erforderniss  übrig  bleibt,  den
leibhaftigen  Dolomit,  wie  ihn  die  Natur  gemacht  hat,  in  einer  festen
Masse  mit  erkennbaren  Rhomboedern  aus  Kalkstein,  darzustellen.
            
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