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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

photographischen  Versuche«

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Glasdicke  mehr  rückwärts  zu  stehen,  als  der  optische  Focus  derLinsencombination,
  worauf  man  beim  Einstellen  Rücksicht  nehmen  muss,
gewöhnlich  aber,  wenigstens  bei  Yoigtländer’s  Apparaten,  eorrigirt
eben  diese  Glasdicke  die  Differenz  zwischen  dem  optischen  und  chemischen ­
  Brennpunkt.
Ueber  den  chemischen  Brennpunkt  sehe  man  Repertorium  Bd.  2,
S.  13.  Will  man  gerade  nicht  Geld  sparen,  so  kann  man  für  positive
Bilder  die  Lösungen  VI  und  VII  doppelt  so  stark  machen.  Die  Temperatur ­
  hat  auf  die  Photographie  auf  Papier  bedeutenden  Einfluss,  so
dass  die  Bilder,  namentlich  Vedutten,  im  Sommer  weit  besser  gelingen.
Der  Apparat,  mit  welchem  die  der  hohen  Akademie  vorgelegten
Bilder  der  Karlskirche  gemacht  wurden,  ist  von  ausgezeichnet  gleiclimässiger
  Schärfe.  Er  wurde  von  Voigtländer  und  Sohn  in
neuester  Zeit  zum  ersten  Male  ausgeführt  und  lässt  nichst  zu  wünschen
übrig.  Er  besteht  aus  einer  achromatischen  Linse  von  2  Zoll  Öffnung
mit  einem  Diaphragma  von  nur  5  Linien  und  dennoch  ist  er  bei  einer
Brennweite  von  12  Zoll  so  lichtstark,  dass  er  ein  Bild  eines  von  der
Sonne  beleuchteten  Gebäudes  mit  allen  Abstufungen  im  Halb-  und
Schlagschatten  im  Sommer  in  20—-25  Secunden  vollendet.  Sonnenbeleuchtung ­
  ist  übrigens  bei  Aufnahme  architektonischer  Gegenstände
durch  die  Photographie  unumgänglich  nöthig,  weil  sonst  das  Bild
monoton  ausfällt.  Voigtländer  hat  zu  seinem  Apparate  Nr.  19  eine
Diaphragma-Vorrichtung  angefertiget,  welche  die  vordere  Linse  des
Objectives,  die  mit  der  obgenannten,  den  Krümmungshalbmessern
nach  identisch  ist,  an  eine  Landschaftscamera  anzuschrauben  erlaubt
und  wodurch  dieser  Apparat,  da  er  auch  etwas  kleiner  gehaltene
Daguerreotypien  mit  grosser  Schärfe  liefert,  allen  Anforderungen
eines  Photographen  entspricht.

Das  wirkl.  Mitglied,  Hr.  Dr.  Diesing,  überreicht  das  erste
Heft  einer  Arbeit:  „Systema  Helminthum,”  womit  derselbe  seit  mehr
als  acht  Jahren  beschäftiget  ist,  und  für  welche  er  bereits  in  einer
früheren  Eingabe  die  Theilnahme  der  Akademie,  mit  dem  Ersuchen,
ihn  durch  Uebernahme  der  Herausgabe  zu  unterstützen,  in  Anspruch
genommen  hatte.  DieClassebeschloss  nunmehr  sich  bei  der  Gesammtakademie
  um  Genehmigung  dieses  Ansuchens  und  Bewilligung  eines
            
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