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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

photographischen  Versuche.

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Jiild  ein-  bis  zweimal,  gleich  nach  dein  Darauflegen,  wieder  lüftet  oder
die  Tasse  hin  und  her  neigt,  damit  die  Gallussäure  sich  schnell  über  die
Bildfläche  verbreitet.  Hier  lässt  man  das  Bild  25  Minuten  und  oft  noch
bedeutend  länger,  kurz  so  lange  liegen,  bis  es  in  allen  Theilen  überkräftig ­
  ist,  was  man  durch  öfteres  Ansehen  ermittelt.
10.  Man  nimmt  das  Bild  heraus,  legt  es  in  eine  andere  Tasse,
die  Bildfläche  nach  aufwärts,  und  giesst  einen  Löffel  voll  starken
Weingeist  darauf,  der  alsogleich  das  Papier  bis  ins  feinste  Fäserchen
durchdringt  und  vollkommen  rein  und  klar  macht,  worauf  man  nach
ungefähr  einer  Minute  durch  Neigen  der  Tasse  den  überflüssigen
Weingeist  in  einer  Ecke  ansammeln  lässt,  um  ihn  abzugiessen.
11.  Man  siedet  in  einem  Porzellangefässe  die  Flüssigkeit  Nr.  5,
und  giesst  sie  siedendheiss  (bloss  warm  erfüllt  sie  nicht  ihren  Zweck)
in  eine  Porzellantasse,  welche  diesen  Temperaturwechsel  auszuhalten
im  Stande  ist,  worauf  man  schnell  das  ganze  Bild,  noch  nass  vom
Weingeist,  hineinlegt,  wobei  man  aber  Acht  haben  muss,  sich  die
Finger  nicht  zu  verbrennen.  Bequemer  ist  es,  das  Natron  gleich  über
das  in  der  Tasse  liegende  Bild  zu  giessen,  was  aber  einige  Achtsamkeit ­
  erfordert,  weil  dort  wo  der  Strahl  auflallt,  leicht  Flecken  entstehen. ­
  Man  lässt  das  Bild  nach  Umständen,  das  heisst  nach  Massgabe
seiner  Kraft,  eine  bis  zwei  Minuten  darin  liegen,  während  man  es  mit
einem  Hölzchen  lüftet  und  durch  Anfassen  am  Rande  im  Natron
bewegt,  kurz  auf  irgend  eine  Weise  Sorge  trägt,  dass  es  ja  von
oben  und  unten  vom  Natron  durchdrungen  wird.
12.  Man  nimmt  das  Bild  aus  der  heissen  Natronlösung  heraus,
trocknet  es  mit  Löschpapier  etwas  ah  und  legt  es  noch  ganz  feucht
in  destillirtes  Wasser,  was  man  ein-  bis  zweimal  wechselt,  worauf
es  nach  einer  halben  Stunde  herausgenommen,  abgetrocknet  und
durch  Liegenlassen  ganz  ausgetrocknet  wird.  Die  in  Nr.  11  gebrauchte ­
  Natronlösung  wird  schmutzigbraun,  bekommt,  besonders
wenn  man  sie  lange  in  der  Tasse  lässt,  einen  starken  Niederschlag;
allein  trotz  dem  ist  die  Lösung  sehr  oft  zu  gebrauchen,  nur  muss
man  sie  vor  dem  Gebrauche  filtriren.
13.  Man  schmilzt  weisses  Wachs  und  gereinigtes  Unschlitt
(z.  B.  Hirschunschlitt)  zu  gleichen  Theilen  in  einer  Abdampfschale,
streicht  diese  Mischung  mittelst  eines  breiten  Borstenpinsels  nicht
zu  heiss  (weil  sonst  der  Pinsel  verbrennt)  auf  die  Rückseite  des  Bildes, ­
  welches  man  später  zwischen  Löschpapier,  ebenfalls  nicht  zu
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