Explosion der Locomotive „Jason’’.
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Gegen diese Annahme wird angeführt, dass diese Maschine
noch Ende April, bevor sie nach Prerau als Reserve geschickt wurde,
genau untersucht und gereinigt worden war.
Indess scheint gleichwohl diese letztere Annahme der stattgehabten
Inkrustirung, wenigstens des oberen Theiles des Feuerkastens,
nicht ganz unwahrscheinlich zu sein, weil, wie bereits
erwähnt, die Decke dieses kupfernen Feuerkastens die Farbe des
Ausgliihens besass, und sonach die damit verbundenen eisernen
Schliessen ebenfalls geglüht haben mussten, während dagegen die
sämmtlichen Röhren, also auch die untersten, welche doch (wenn man
nicht annehmen will, dass beinahe gar kein Wasser mehr im cylindrischen
Theile des Kessels enthalten war) gewiss noch von Wasser
umgehen gewesen sein mussten, durchaus dieselbe röthlichblaue,
von einer höheren Temperatur zeigende Farbe besassen.
Da nach mehreren Aussagen das Speisewasser in Prerau, so
wie auf der ganzen Strecke, auf welcher das traurige Ereigniss
stattfand, die Eigenschaft besitzen soll, den im Kessel noch befindlichen
Wasserstein allmählich abzulösen; so lässt es sich recht gut
denken, dass im Augenblicke des Nachfeuerns, durch die dabei vorkommenden
Stösse, eine solche Schichte von der Decke des Feuerkastens
(oder auch an einer anderen Stelle desselben) absprang und
dadurch, wenigstens für die zweite Hypothese, alle Bedingungen, wie
bei dem bekannten Leidenfrost'schen Phänomen, zur Kessel-Explosion
vorhanden waren. Will man, wie noch so oft geschieht, diese
Kessel-Explosion der Bildung und Entzündung von Knallgas zuschreiben,
so ist man nicht nur genöthigt, anzunehmen, dass sich im Kessel
atmosphärische Luft befand, was allerdings möglich ist, indem fast
jedes Wasser Luft enthält, die im Kessel frei werden kann, und
seihst diePumpen unter gewissen Umständen Luft ziehen können; sondern
man muss, was nicht ganz unmöglich, doch höchst unwahrscheinlich
und gegen alle praktischen Erfahrungen ist, zugeben, dass die
ganz unreinen, mit Wasserstein belegten massiven, eisernen Tragstangen
wirklich im Stande sind, eine Wasserzersetzung zu bewirken,
welche bei chemischen Experimenten nur mit dünnen und ganz
reinen oder blanken Eisendräthen gelingt.
Aber auch angenommen, jedoch nicht zugegeben, dass sich
wirklich Knallgas gebildet habe, so dürfte die Entzündung desselben
unter den vorwaltenden Umständen äusserst schwierig, ja vollends