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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Explosion  der  Locomotive  „Jason’’.

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Gegen  diese  Annahme  wird  angeführt,  dass  diese  Maschine
noch  Ende  April,  bevor  sie  nach  Prerau  als  Reserve  geschickt  wurde,
genau  untersucht  und  gereinigt  worden  war.
Indess  scheint  gleichwohl  diese  letztere  Annahme  der  stattgehabten ­
  Inkrustirung,  wenigstens  des  oberen  Theiles  des  Feuerkastens, ­
  nicht  ganz  unwahrscheinlich  zu  sein,  weil,  wie  bereits
erwähnt,  die  Decke  dieses  kupfernen  Feuerkastens  die  Farbe  des
Ausgliihens  besass,  und  sonach  die  damit  verbundenen  eisernen
Schliessen  ebenfalls  geglüht  haben  mussten,  während  dagegen  die
sämmtlichen  Röhren,  also  auch  die  untersten,  welche  doch  (wenn  man
nicht  annehmen  will,  dass  beinahe  gar  kein  Wasser  mehr  im  cylindrischen
  Theile  des  Kessels  enthalten  war)  gewiss  noch  von  Wasser
umgehen  gewesen  sein  mussten,  durchaus  dieselbe  röthlichblaue,
von  einer  höheren  Temperatur  zeigende  Farbe  besassen.
Da  nach  mehreren  Aussagen  das  Speisewasser  in  Prerau,  so
wie  auf  der  ganzen  Strecke,  auf  welcher  das  traurige  Ereigniss
stattfand,  die  Eigenschaft  besitzen  soll,  den  im  Kessel  noch  befindlichen ­
  Wasserstein  allmählich  abzulösen;  so  lässt  es  sich  recht  gut
denken,  dass  im  Augenblicke  des  Nachfeuerns,  durch  die  dabei  vorkommenden ­
  Stösse,  eine  solche  Schichte  von  der  Decke  des  Feuerkastens ­
  (oder  auch  an  einer  anderen  Stelle  desselben)  absprang  und
dadurch,  wenigstens  für  die  zweite  Hypothese,  alle  Bedingungen,  wie
bei  dem  bekannten  Leidenfrost'schen  Phänomen,  zur  Kessel-Explosion ­
  vorhanden  waren.  Will  man,  wie  noch  so  oft  geschieht,  diese
Kessel-Explosion  der  Bildung  und  Entzündung  von  Knallgas  zuschreiben, ­
  so  ist  man  nicht  nur  genöthigt,  anzunehmen,  dass  sich  im  Kessel
atmosphärische  Luft  befand,  was  allerdings  möglich  ist,  indem  fast
jedes  Wasser  Luft  enthält,  die  im  Kessel  frei  werden  kann,  und
seihst  diePumpen  unter  gewissen  Umständen  Luft  ziehen  können;  sondern ­
  man  muss,  was  nicht  ganz  unmöglich,  doch  höchst  unwahrscheinlich ­
  und  gegen  alle  praktischen  Erfahrungen  ist,  zugeben,  dass  die
ganz  unreinen,  mit  Wasserstein  belegten  massiven,  eisernen  Tragstangen ­
  wirklich  im  Stande  sind,  eine  Wasserzersetzung  zu  bewirken, ­
  welche  bei  chemischen  Experimenten  nur  mit  dünnen  und  ganz
reinen  oder  blanken  Eisendräthen  gelingt.
Aber  auch  angenommen,  jedoch  nicht  zugegeben,  dass  sich
wirklich  Knallgas  gebildet  habe,  so  dürfte  die  Entzündung  desselben
unter  den  vorwaltenden  Umständen  äusserst  schwierig,  ja  vollends
            
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