SSO Burg. Über die
dadurch die Berührung des Wassers mit der glühenden Metallfläche
herbeigeführt werden.
Untersucht man diese beiden Fälle in der vorliegenden Frage
genauer, so spricht für den ersten Fall des zu niedern Wasserstandes
der Umstand, dass der obere Hahn des Wasserstandglases, welcher
die Communication der Glasröhre mit dem Dampfraume des Kessels
herstellt, im geschlossenen Zustande aufgefunden wurde; was der
VermuthungRaum geben kann, dass, wenn dieser Hahn nicht etwa erst
durch die Wirkung der Kessel-Explosion oder durch jenes Individuum,
welches denselben im freien Felde aufgefunden, geschlossen worden
war, das Glasrohr einen unrichtigen, nämlich einen zu hohen Wasserstand
im Kessel anzeigen musste, indem dasselbe, wenn auch noch so
wenig Wasser vorhanden gewesen, bei diesemUmstande immer gefüllt
sein konnte. Hat nun der Locomotivführer später, nachdem das Wasser
schon so tief gesunken und der obere Theil des Kessels bereits glühend
geworden war, dessen ersteren Umstand durch die betreffenden
Probier- oder Wasserstandshähnc entdeckt und darauf die Wasserpumpen
um so kräftiger spielen lassen, wie dies auch in der That nach
der erwähnten Aussage des einen Bahnwächters wirklich der Fall gewesen
zu sein scheint, so musste wohl ohne Zweifel auch die gedachte
Berührung des Wassers mit der glühenden Kesselwand oder den
oberen Feuerrohren, die durch die Schwankungen der Maschine und
des Wassers im Kessel noch begünstigt wurde, sehr bald eintreten.
Gegen diese Vermutlmng eines zu tiefen Wasserstandes spricht
nur die Aussage des Tenderwächters, welcher kurz vor seinem Tode
angab, dass Wasser genug im Kessel gewesen sei, was jedoch durch
Nichts erwiesen ist und vielleicht ebenfalls nur aus der Anschauung
des unter den als möglich angenommenen Umständen ganz unverlässlichen
Wasserstandglases gefolgert worden sein kann. Allerdings
lässt sich noch einwenden, dass erstlich nicht erwiesen ist, dass der
erwähnte obere Hahn wirklich vor der Explosion geschlossen, und
wenn dies auch der Fall war, desswegen nicht auch notliwendig
schon der Wasserstand zu niedrig gewesen sein musste.
Für den zweiten Fall, nämlich der Inkrustirung des Kessels,
spricht der Umstand, dass diese Maschine einige Monate früher,
bevor sie nach Prerau in Dienst kam, auf einer anderen Strecke in
Verwendung stand, auf welcher das Wasser viele Salztheile enthält
und nicht unbedeutenden Wasser- oder Kesselstein absetzt.