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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

SSO  Burg.  Über  die
dadurch  die  Berührung  des  Wassers  mit  der  glühenden  Metallfläche
herbeigeführt  werden.
Untersucht  man  diese  beiden  Fälle  in  der  vorliegenden  Frage
genauer,  so  spricht  für  den  ersten  Fall  des  zu  niedern  Wasserstandes
der  Umstand,  dass  der  obere  Hahn  des  Wasserstandglases,  welcher
die  Communication  der  Glasröhre  mit  dem  Dampfraume  des  Kessels
herstellt,  im  geschlossenen  Zustande  aufgefunden  wurde;  was  der
VermuthungRaum  geben  kann,  dass,  wenn  dieser  Hahn  nicht  etwa  erst
durch  die  Wirkung  der  Kessel-Explosion  oder  durch  jenes  Individuum,
welches  denselben  im  freien  Felde  aufgefunden,  geschlossen  worden
war,  das  Glasrohr  einen  unrichtigen,  nämlich  einen  zu  hohen  Wasserstand ­
  im  Kessel  anzeigen  musste,  indem  dasselbe,  wenn  auch  noch  so
wenig  Wasser  vorhanden  gewesen,  bei  diesemUmstande  immer  gefüllt
sein  konnte.  Hat  nun  der  Locomotivführer  später,  nachdem  das  Wasser
schon  so  tief  gesunken  und  der  obere  Theil  des  Kessels  bereits  glühend ­
  geworden  war,  dessen  ersteren  Umstand  durch  die  betreffenden
Probier-  oder  Wasserstandshähnc  entdeckt  und  darauf  die  Wasserpumpen ­
  um  so  kräftiger  spielen  lassen,  wie  dies  auch  in  der  That  nach
der  erwähnten  Aussage  des  einen  Bahnwächters  wirklich  der  Fall  gewesen ­
  zu  sein  scheint,  so  musste  wohl  ohne  Zweifel  auch  die  gedachte
Berührung  des  Wassers  mit  der  glühenden  Kesselwand  oder  den
oberen  Feuerrohren,  die  durch  die  Schwankungen  der  Maschine  und
des  Wassers  im  Kessel  noch  begünstigt  wurde,  sehr  bald  eintreten.
Gegen  diese  Vermutlmng  eines  zu  tiefen  Wasserstandes  spricht
nur  die  Aussage  des  Tenderwächters,  welcher  kurz  vor  seinem  Tode
angab,  dass  Wasser  genug  im  Kessel  gewesen  sei,  was  jedoch  durch
Nichts  erwiesen  ist  und  vielleicht  ebenfalls  nur  aus  der  Anschauung
des  unter  den  als  möglich  angenommenen  Umständen  ganz  unverlässlichen ­
  Wasserstandglases  gefolgert  worden  sein  kann.  Allerdings
lässt  sich  noch  einwenden,  dass  erstlich  nicht  erwiesen  ist,  dass  der
erwähnte  obere  Hahn  wirklich  vor  der  Explosion  geschlossen,  und
wenn  dies  auch  der  Fall  war,  desswegen  nicht  auch  notliwendig
schon  der  Wasserstand  zu  niedrig  gewesen  sein  musste.
Für  den  zweiten  Fall,  nämlich  der  Inkrustirung  des  Kessels,
spricht  der  Umstand,  dass  diese  Maschine  einige  Monate  früher,
bevor  sie  nach  Prerau  in  Dienst  kam,  auf  einer  anderen  Strecke  in
Verwendung  stand,  auf  welcher  das  Wasser  viele  Salztheile  enthält
und  nicht  unbedeutenden  Wasser-  oder  Kesselstein  absetzt.
            
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