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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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Burg.  Über  die

des  Kessels  eine  bedeutend  hohe  Temperatur  gleichförmig  Statt  gefunden ­
  hätte.  Nach  einer  anderen  Aussage  eines  zweiten  Sachverständigen ­
  soll  die  Decke  des  Feuerkastens  unmittelbar  nach  dieser
furchtbaren  Katastrophe  die  Farbe  des  Ausglühens  gezeigt  haben.
Ein  Bahnwächter  sagt  aus,  dass  die  Pumpen  noch  kurz  vorher
gespielt  haben,  indem  er  die  aus  den  betreffenden  Probierhähnen
ausspringenden  Wasserstrahlen  wahrgenommen  habe.  Ein  zweiter
Bahnwächter  bemerkte  ein  starkes  Ablassen  des  Dampfes,  wenigstens
aus  dem  einen  Sicherheitsventil,  und  ein  in  einem  rückwärtigen  Wagen
gesessener  Packer  hörte  ein  starkes  Brausen  an  der  Maschine-vor  der
Explosion.  Endlich  bemerkte  noch  ein  dritter  Bahnwächter,  dass  sich
der  Locomotivführer  etwa  noch  */ a  Minute  vor  diesem  traurigen  Ereignisse ­
  auf  der  Plattform  durch  längere  Zeit  in  einer  gebückten  Stellung
befand  und  wahrscheinlich  an  der  Maschine  etwas  untersuchte.
Die  Maschine  seihst  kam  aus  der  k.  k.  pr.  Wiener  Neustädter
Maschinenfabrick  des  Herrn  Günthner,  wobei  der  aus  steyrischen,
in  dem  k.  k.  Neuherger  Gewerke  erzeugten  Blechen  hergestellte
cylindrische  Kessel  am  20.  März  1846,  nach  Vollendung  der  Maschine,
unter  günstigem  Erfolge  mit  einem  Drucke  von  10  Atmosphären  über
den  Luftdruck  commissioneil  probirt  worden  war.
Da  die  normale  Dampfspannung  bei  dieser  Maschine  65  Pfund  auf
den  Quadratzoll  oder  nahe  5  Atmosphären  über  den  Luftdruck  oder
6  Atmosphären  absolute  Spannung  betrug,  so  fällt  sogleich,  ohne
noch  in  eine  nähere  Discussion  einzugehen,  so  viel  in  die  Augen,
dass  diese  Explosion  durch  einen  Druck  oder  eine  Expansivkraft  des
Dampfes  erzeugt  worden  sein  musste,  welche  weit  über  diese  Normalspannung ­
  von  5  Atmosphären  hinausfällt.  Denn  wenn  man  auch
von  dem  Umstande,  dass  dieser  Druck  in  gar  keinem  Verhältnissemit
den  verheerenden  Wirkungen  der  Statt  gefundenen  Explosion  steht,
vor  der  Hand  ganz  absieht;  so  zeigt  schon  die  Art  und  Weise,  wie
der  Kessel  gerissen  und  zertrümmert  wurde,  von  dem  ausserordentlichen ­
  Widerstande,  welchen  derselbe  nach  allen  Seiten  hin  geleistet ­
  hatte;  und  wenn  die  Bruchstellen  der  Eisenbleche  auch  bin  und
wieder  ein  blätteriges  Gefüge  zeigen,  was  auf  eine  theilweise  unvollkommene ­
  Schweissung  der  einzelnen  Lamellen  schliessen  Hesse,  so  ist
dennoch  die  sehnige  und  faserige  Textur  dieses  trefflichen  steyerischen
Eisens  nicht  zu  verkennen  und  die  gute  Beschaffenheit  dieser  Kesselbleche ­
  ausser  allem  Zweifel.
            
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