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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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Schrotte  r.

Professor  Schrötter  hält  nun  folgenden  Vortrag:
Eine  der  Hauptaufgaben  jeder  Akademie  ist,  solche  Arbeiten
durch  Vereinigung  ihrer  Kräfte  ins  Leben  zu  rufen  und  möglich
zu  machen,  die  einzelne  Gelehrte  auszuführen  nicht  im  Stande  sind.
Unter  diesen  Arbeiten  wird  sie  vor  allen  anderen  jene  zuerst  in
Angriff  nehmen  müssen,  welche  Bestimmungen  zum  Gegenstände
haben,  die  ihrer  Natur  nach  als  Grundlage  für  weitere  Forschungen
dienen.  Hiezu  gehören  ganz  vorzüglich  dem  jetzigen  Standpunkte
der  Wissenschaft  entsprechende  richtige  Bestimmungen  und  Vergleichungen ­
  des  eigenen  Masses  und  Gewichtes  mit  denen  anderer
Länder.  Frankreich  ist  hierin,  wie  in  so  vielem  Anderen,  den  übrigen
Nationen  vorangegangen;  und  so  viel  und  so  Begründetes  man  auch
gegen  die  Wahl  der  daseihst  eingeführten  Einheiten  einwenden  mag:
so  bleibt  doch  die  Grundidee,  gewisse,  mit  Genauigkeit
bestimmbare  constante  Grössen  der  Natur  den  Massund
  Gewichts-Systemen  zu  Grunde  zu  legen,  eine  so
schöne,  dass  sie  wohl  kaum  durch  eine  bessere  ersetzt  werden  kann,
so  wenig  als  der  Meter  und  Gramm  sobald  aufhören  werden,  die  in
der  Wissenschaft  allgemein  gebrauchten  zu  sein.
Alle  Akademien  Europa’s  haben  ihre  Aufgabe  in  dieser  Hinsicht
erkannt,  und  mit  mehr  oder  weniger  Glück  gelöst.  Es  wäre  sehr  am
Unrechten  Platze,  wenn  ich  hier  die  bedeutenden  Arbeiten  mehrerer
derselben  aufzählen  wollte;  ich  begnüge  mich  nur  anzuführen,  dass
die  letzte,  welche  von  der  k.  Akademie  in  Petersburg  unter  der
Leitung  Kupfer’s  ausgeführt  wurde,  wirklich  bewunderungswürdig
ist,  und  wohl  nur  durch  die  grossartige  Unterstützung  möglich  wurde,
welche  die  russische  Begierung  derselben  angedeihen  liess,  so  wie
durch  das  Talent  der  Männer,  denen  sie  die  Arbeit  anvertraute.
Österreich  besitzt  ausser  den  schönen  Arbeiten  von  Vega  und  besonders ­
  denen  unseres  verdienten  Collegen  Stampfer,  keine  den
jetzigen  Verhältnissen  entsprechenden  Bestimmungen  über  Masse  und
Gewichte.  Dies  gilt  ganz  besonders  von  den  letzteren,  wie  sehr
deutlich  aus  der  oben  erwähnten  Arbeit  Kupfer’s  hervorgeht.  Derselbe ­
  nahm  nämlich  ausser  einer  neuen  Dichtenbestimmung  des
Wassers,  auch  eine  höchst  lehrreiche  Vergleichung  der  in  verschiedenen ­
  Ländern  vorhandenen  Masse  und  Gewichte  vor.  Um  sich  ein
authentisches  Originalgewicht  aus  Österreich  zu  verschaffen,  wandte
sich  derselbe  an  den  russischen  Botschafter,  Grafen  von  Tatischef,
            
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