40
P a r t s c h.
schichten, unter welchen Sandstein- und Mergelbänke vorwalten.
Diese Unterlage ist niemals goldführend. Das darüber gelagerte
Schuttland wechselt von ein paar Schuhen bis zu mehreren Klaftern
Mächtigkeit. Schwache Spuren von Gold zeigt fast die ganze Schuttablagerung;
die Mühe des Waschens oder des Seifenbetriebes lohnen
aber nur einzelne Theile derselben, die durch gewisse äussere
Merkmahle (rothe Färbung, grösseren Zusammenhang des Sandes
und der Geschiebe u, s. w.) dem Erfahrenen kennbar, darin unregelmässig
zerstreute Bänke oder Lager, und Nester oder Putzen bilden.
Diese werden auf dem Scheidbrete näher untersucht, um darin
vor Allem dem schwarzen titanhältigen Eisensand oder Born, den die
Goldwäscher die Mutter des Goldes nennen, nachzuspüren. Die
goldreicheren Lager und Nester sind meist nur zwei Fuss mächtig
und erreichen höchstens eine Mächtigkeit von fünf Fuss. Die reichsten
Lager befinden sich meist unmittelbar ober der tertiären Unterlage.
Auf die meisten dieser goldreicheren Lager und Nester wird in
Stollen gebaut, die zuweilen bis 7 Klafter mit geringer Sorgfalt in
die Schottermasse hineingeführt werden, daher oft einstürzen und
Arbeiter begraben. Der gewonnene Goldschotter wird auf einen
möglichst nahen Ort, wohin das Wasser aus einem mit Regenwasser
gefüllten Teiche geleitet werden kann, in Schiebkarren geführt, und
allda der bekannten in Siebenbürgen noch sehr wenig raffinirten Bearbeitung,
zuerst mit Krücken in einem Canale, wodurch die schwereren
Theile dem Scheidbrette zugeführt werden, und sodann auf
dem Scheidtroge unterzogen.
Die südliche Gegend von Olahpiän gewährt durch die tiefen
Einschnitte und die unzähligen Wasserrisse, die theils von Regengüssen
herrühren, theils in Folge der Seifenarbeiten durch das, aus
künstlichen Wasserbehältern in Canälen zugeleitete Wasser entstanden
sind und zwischen sich verschiedengefärbte Schuttmassen
mit scharfen, abfallenden Kanten, mit Nadeln und Pyramiden zurückliessen,
ein sonderbares, zerrissenes und zerstörtes Ansehen, zugleich
von dem hohen Alter des hiesigen Seifenbetriebes Zeugniss
gebend.
Der goldführende Sand und Schotter soll sich mit abnehmendem
Reichthum noch weiter nach Osten bis in die Gegend von Hermannstadt
erstrecken, wird aber da nicht abgebaut.