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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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P  a  r  t  s  c  h.

schichten,  unter  welchen  Sandstein-  und  Mergelbänke  vorwalten.
Diese  Unterlage  ist  niemals  goldführend.  Das  darüber  gelagerte
Schuttland  wechselt  von  ein  paar  Schuhen  bis  zu  mehreren  Klaftern
Mächtigkeit.  Schwache  Spuren  von  Gold  zeigt  fast  die  ganze  Schuttablagerung; ­
  die  Mühe  des  Waschens  oder  des  Seifenbetriebes  lohnen
aber  nur  einzelne  Theile  derselben,  die  durch  gewisse  äussere
Merkmahle  (rothe  Färbung,  grösseren  Zusammenhang  des  Sandes
und  der  Geschiebe  u,  s.  w.)  dem  Erfahrenen  kennbar,  darin  unregelmässig ­
  zerstreute  Bänke  oder  Lager,  und  Nester  oder  Putzen  bilden. ­
  Diese  werden  auf  dem  Scheidbrete  näher  untersucht,  um  darin
vor  Allem  dem  schwarzen  titanhältigen  Eisensand  oder  Born,  den  die
Goldwäscher  die  Mutter  des  Goldes  nennen,  nachzuspüren.  Die
goldreicheren  Lager  und  Nester  sind  meist  nur  zwei  Fuss  mächtig
und  erreichen  höchstens  eine  Mächtigkeit  von  fünf  Fuss.  Die  reichsten ­
  Lager  befinden  sich  meist  unmittelbar  ober  der  tertiären  Unterlage. ­

Auf  die  meisten  dieser  goldreicheren  Lager  und  Nester  wird  in
Stollen  gebaut,  die  zuweilen  bis  7  Klafter  mit  geringer  Sorgfalt  in
die  Schottermasse  hineingeführt  werden,  daher  oft  einstürzen  und
Arbeiter  begraben.  Der  gewonnene  Goldschotter  wird  auf  einen
möglichst  nahen  Ort,  wohin  das  Wasser  aus  einem  mit  Regenwasser
gefüllten  Teiche  geleitet  werden  kann,  in  Schiebkarren  geführt,  und
allda  der  bekannten  in  Siebenbürgen  noch  sehr  wenig  raffinirten  Bearbeitung, ­
  zuerst  mit  Krücken  in  einem  Canale,  wodurch  die  schwereren ­
  Theile  dem  Scheidbrette  zugeführt  werden,  und  sodann  auf
dem  Scheidtroge  unterzogen.
Die  südliche  Gegend  von  Olahpiän  gewährt  durch  die  tiefen
Einschnitte  und  die  unzähligen  Wasserrisse,  die  theils  von  Regengüssen ­
  herrühren,  theils  in  Folge  der  Seifenarbeiten  durch  das,  aus
künstlichen  Wasserbehältern  in  Canälen  zugeleitete  Wasser  entstanden ­
  sind  und  zwischen  sich  verschiedengefärbte  Schuttmassen
mit  scharfen,  abfallenden  Kanten,  mit  Nadeln  und  Pyramiden  zurückliessen,
  ein  sonderbares,  zerrissenes  und  zerstörtes  Ansehen,  zugleich ­
  von  dem  hohen  Alter  des  hiesigen  Seifenbetriebes  Zeugniss
gebend.
Der  goldführende  Sand  und  Schotter  soll  sich  mit  abnehmendem
Reichthum  noch  weiter  nach  Osten  bis  in  die  Gegend  von  Hermannstadt ­
  erstrecken,  wird  aber  da  nicht  abgebaut.
            
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