ORHP
490 h aidinger. Über die
Als ich Jamin’s Mittheilung studirte, wollte mir indessen der
zur Hervorbringung von Büscheln angenommene grosse Krümmungshalbmesser
für die Erklärung der Erscheinung nicht genügen, weil
doch die Büschel in der That viel kleiner sind. Ja wenn man ganz
kleine Kugeln annehmen könnte, diese von dem einfallenden Strahl
A B unter dem vollen Polarisationswinkel ABC getroffen würden, der
dann auf die Rückseite D einer
andern Kugel fiele und von dieser
weiter in der Richtung des
ursprünglichen Strahles, also
nach DE gefördert würde. In
der Ebene der Polarisation
würde dann das Maximum, senkrecht
darauf das Minimum von
Licht auf die Netzhaut gelangen,
und durch die cumulative
E - Wirkung vieler kleiner Kugelapparate
dieser Art der Büschel sichtbar werden.
Als ich kürzlich das Vergnügen des Besuches der Herren
Wilhelm W T erth eim und Dr. W e dI hatte, belehrte mich letzterer,
dass wirklich solche Kugeln in der äussersten Schichte der
Krystall-Linse vorhanden seien, doch hatte ich nicht nach allen
näheren Verhältnissen gefragt. Ich fing an zu berechnen, wie weit
gleich grosse Kugeln dieser Art in einer Ebene von einander entfernt
sein müssten, um die verlangte Wirkung hervorzubringen. Für den
Polarisationswinkel ABC=(p und den Durchmesser der Kugeln = 1
wird die Entfernung D ausgedrückt durch die Formel
n eos B <j?(l -f sin y)— sin 3 5?(l —sin
- — — —
sin 4 ip — cos 4 <p
für Glas ist f — 56° SS', daher D == 1-074.
Aber man muss für die Kugeln, wie sie sich in der umgebenden
Flüssigkeit befinden, die Rechnung führen. Den Brechungsexponenten
der letzteren kann man gleich dem der wässrigen Feuchtigkeit, nach
Brewster = 1-336 ') annehmen, den Brechungsexponenten der
j ) Herschel, vom Licht. Übersetzt von Schmidt, S f 63ö.