Ursache der Polarisationsbüschel etc.
489
eine Reflexions-Polarisation zu schliessen berechtigt sein, wenn ja
der Vorgang im Auge selbst stattfindet.
Ferner berechnet Herr Jam in die Intensitäts-Unterschiede für
die Azimuthe von 0° und 90° auf die Incidenzen von 20° und 2S° von
der Normale, das heisst für Winkelgrössen der Büschel von 40° und
50°. Daselbst sind sie freilich merkbar, aber die Büschel sind im
Ganzen nicht grösser als ö°, und die Bildung derselben muss noch
dazu für einen Punkt auf der Hornhaut nachgewiesen werden, der
kleiner als '/ s Millimeter ist, also daselbst einen Tlieil der Kugelfläehe
derselben trifft, die durchaus nahe senkrecht auf der Seheaxe steht.
(Der Krümmungs-Halbmesser derselben — 7 bis 8 Millimeter, und
die Hälfte jener Öffnung verglichen, gibt schon ein Tangential-Verhältniss
von 48:1, welches einem Winkel von 88° 48' für den äussersten
Umfang entspricht.)
Dass übrigens die verschiedenen Theile des Auges nicht geradezu
mit Linsen verglichen werden können, wenn sie auch im Ganzen
allerdings die Form besitzen, und auch für die Erzeugung von
Bildern auf der Netzhaut als Linsen wirken, ähnlich den gleichnamigen
Bestandtheilen unserer künstlichen Seh-Apparate, wird durch die
fortgesetzten Bestrebungen der Anatomen immer wahrscheinlicher,
Linsen von Glas sind todte Massen, die Bestandtheile des Auges aber
sind, obwohl weniger wechselnd als manche andere Körpertheile
durch Wachsthum und Ausscheidung, doch innigst mit dem lebenden
Körper verknüpft. Selbst die Krystall - Linse bat zu äusserst eine
Schicht durchsichtiger, sehr kleiner, kugelförmiger Körper, sowohl
auf der äusseren als auf der inneren Kugelfläche, während man im
Innern derselben keine, sondern nur die Fasern antrifft. Die Kugeln
sind zumTheil in eckige Zellen geordnet, deren Mittelpunkt sie ausmachen;
vorzüglich sind sie gehäuft zunächst dem Mittelpunkte der
vorderen und rückseitigen Fläche der Linse, in der weiter oben erwähnten
Vertiefung. Die grössten übersteigen nicht 0'04 Linien oder
0-09 Millimeter, aber die meisten sind kleiner und von allen Abstufungen
, so lange sie noch erkannt werden können. Manche nehmen
auch eine schlauchförmige Gestalt an, etwa so, als ob ihrer zwei sich
vereinigt hätten, und dann stellen sie schon die Übergangsform in
die Fasersubstanz dar. Die Kugeln sind von einer Flüssigkeit umgeben,
aber da sie in derselben sichtbar werden, so muss ihr Lichtbrechungsvermögen
stärker sein als das der Flüssigkeit.