Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

39

tjber  die  geognostisclien  Verhältnisse  von  Olahpiän,
können  hier  auf  keine  nähere  Betrachtung  dieser  Gesteine  eingehen,
müssen  aber  doch  des  interessanten  Umstandes  gedenken,  dass  die
Hornsteingeschiebe  zuweilen  Abdrücke  von  Planorben  und  Lymneen
cinschliessen  und  daher  von  einer  zerstörten  Süsswasserbildung  herrühren. ­
  Das  angegebene  Verhältniss  der  Geschiebe  gilt  nur  von  den
Olähpianer  Goldwäschen;  an  benachbarten  Orten  ist  dasselbe  etwas
verschieden.  Die  ihrer  Masse  nach  zusammen  nur  einen  höchst  kleinen ­
  Tlieil  der  Gemengtheile  dieses  Schuttlandes  ausmachenden,  erst
im  Scheidtroge  besser  zum  Vorschein  kommenden  Mineralien  von
weit  kleinerem  Volum  sind:  Rutil  (die  eisenhaltige  Varietät,  die
Werner  davon  unter  dem  Namen  Nigrin  als  eigene  Species  trennte,
magnetischer  oder  Titan-Eisensand  (der  Rom  der  Wallachen),  Granat, ­
  einige  nur  vereinzelt  und  in  ganz  kleinen  Körnern  oder  Krystallen
  vorkommende  Mineralien,  die  erst  einer  näheren  Untersuchung
bedürfen,  endlich  das  Mineral,  das  für  viele  das  meiste  Interesse
hat,  das  gediegene  Gold.  Das  Volum  dieses  Metalls  wechselt  darin
von  der  Grösse  eines  Staubkornes  bis  zu  der  einer  Haselnuss,  es
erscheint  aber  gewöhnlich  in  kleinen  Plättchen.  Rollstücke  von  Gold
von  l‘/ a  Piset  (etwas  über  l / 2  Wiener  Loth)  sind  schon  sehr  selten.
In  Sammlungen  finden  sich  als  grosse  Seltenheiten  noch  grössere
Goldgeschiebe  von  Olahpiän;  im  Hof-Mineralien-Cabinete  z.  B.  ein
Stück  von  3Vi6  Uoth  oder  mehr  als  15  Ducaten  an  Gewicht,  im
montanistischen  Museum  eines,  das  mit  dem  anhängenden  Quarz  44 3 / 4
Ducaten,  wiegt.  Ein  älterer  Schriftsteller,  Köleseri  (in  der
Auraria  romanoclacica  S.  59),  spricht  von  einer  Masse  auri  solidi,
palmae  humanae  cum  digitis  figuram  aemulantis,  pondere  unius
librae.  Zu  verwundern  wäre  es,  wenn  man  in  dem  ausgewaschenen
Sandemit  demGoldenichtschonlängstauchdas  noch  schwerere  Platin,
dessen  Anwesenheit  im  Olähpianer  Sande  neuerlichst  behauptet  worden ­
  ist,  aufgefunden  hätte.  Dass  sich  in  dem  dortigen  goldführenden
so  vielfach  durchwühlten  Schuttlande  auch  Kunstproducte  und  Knochen ­
  von  Thieren  der  Jetztzeit  finden,  habe  ich  bereits  in  meinem
früheren,  der  Akademie  vorgelegten  Berichte  angeführt.
Das  Diluvialgebilde  von  Olähpiän  bedeckt  nicht  nur  das  tertiäre ­
  Hügelland,  sondern  steigt  in  den  südlichen  Umgebungen  des
Dorfes  auch  auf  die  Höhen  des  Urfelsgehirges,  zuweilen  bis  zu  einer
Höhe  von  40  Klaftern  über  der  Thalsohle  des  Olähpianer  Baches
hinauf.  Die  Unterlage  machen  aber  weit  vorherrschend  die  Tertiär-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.