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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Ursache  der  Polarisationsbüschel  etc.

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seinem  Polarisationszustande  modificirt,  und  die  faserige  Structur  der
Krystall-Linse  selbst,  so  wie  die  des  Glaskörpers  (humeur  vilreej
wirken  als  Analysirer.  Er  stützt  diese  Ansicht  auf  die  mit  den  Abbildungen ­
  von  Young  übereinstimmenden  neueren  anatomischen  Arbeiten ­
  Papenheim's,  die  eine  nach  den  sämmtlichen  Radien  auslaufende ­
  faserige  Structur  der  Krystall-Linse  erkennen  lassen.
Es  sei  mir  erlaubt,  hier  einige  Bemerkungen  zu  machen.  Zuerst
ist  es  nothwendig  zu  untersuchen,  welche  Lage  diejenigen  Strahlen
im  Auge  haben,  welche  den  Büschel  hervorbringen.
Wenn  man  eine  ganz  kleine  Öffnung  von  etwa  %  Linie  oder
nahe  1 / 3  Millimeter  durch  schwarzes  Papier  hindurchsticht  und  ganz
knapp  vor  das  Auge  hält,  so  sieht  man  in  einer  linear-polarisirten
Lichtfläche  doch  noch  sehr  deutlich  den  Büschel  in  der  Richtung  der
Seheaxe.  Man  kann  daraus  schliessen,  dass  es  ein  Punkt  ist,  so
klein  als  möglich,  von  dem  ein  Strahlenkegel  ausgeht,  innerhalb
dessen  Basis  auf  der  Retina  der  Büschel  befindlich  ist.  Herr  Silhermann ­
  hat  die  Winkelgrösse  desselben  auf  etwa  5°  geschätzt,  ich
hatte  aus  der  Erinnerung  früher  nur  2°  niedergeschrieben,  ohne  ihn
eigentlich  mit  irgend  etwas  zu  vergleichen;  ich  wiederholte  später
eine  wirkliche  Schätzung—  den  Vergleich  der  Entfernung  vom  Auge
mit  der  scheinbaren  Grösse  —  und  gelangte  zu  demselben  Resultat,
wie  Herr  Silbermann.  Für  die  Länge  der  Augenaxe  =  24  Millimeter, ­
  diese  schon  von  der  grössten  Dimension,  findet  sich  also  bei
3°  Divergenz  die  Grösse  des  Büschels  auf  der  Retina  =  2‘1  Millimeter. ­
  In  der  Krystall-Linse  selbst  würde  er  nur  0-5  Millimeter
gross  sein.  Die  Structur,  welche  auf  die  Hervorbringung  des  Büschels
wirkt,  muss  also  in  diesem  höchst  beschränkten  kegelförmigen  Raum
zunächst  der  Axe  von  einer  ausserordentlichen  Regelmässigkeit  sein.
Herr  Silbermann  verlangt  für  den  Raum  nächst  der  Seheaxe
(pag.  633,  Nr.  2)  einen  neutralen  Raum,  ohne  jedoch  eine  Angabe
über  dessen  Grösse  zu  machen.
Neuere  anatomische  Untersuchungen,  deren  Kenntniss  ich  Herrn
Dr.  C.  Wo  dl  verdanke,  der  selbst  viele  davon,  zum  Theil  der  erste
vorgenommen  hat,  beweisen  nun  zwar  die  radiirend  faserige  Structur
der  Krystall-Linse,  aber  die  Fasern  gehen  keineswegs  durch  die
Seheaxe  hindurch;  wenn  sie  auch  weiter  vom  Mittelpunkte  entfernt
nahe  gleichlaufend  werden,  so  vereinigen  sie  sich  zunächst  dem
Mittelpunkte,  ohne  sich  zu  durchkreuzen,  in  drei  Systemen  von  rück-
            
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