Über die gcognostischen Verhältnisse von Olähpian»
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zuzuzählen sein. Hinsichtlich des paläontologischen Charakters desselben
hat mir in der Olähpiäner Gegend die Umgebung des Dorfes
Szaszcsor überraschenden Aufschluss gegeben. In den untersten
allda durch Wasserrisse entblössten Schichten von Sand und Sandstein,
die aber mit den oberen parallele Lagerung haben, erscheint
jene grosse Art von Tornatella (Tornatella gigantea Soiv. Acteonella
gigantea d'Orb.), die an der Wand hei Wiener Neustadt,
bei Lunz, in der Gams, hei Hieflau, hei Windiscligarsten und an
anderen Orten in den österreichischen und steiermärkischen Alpen
die sogenannten Gosauschiehten charakterisirt. Diese wurden bekanntlich
zuerst von den Herren Murchison und Sedgwick als
eine intermediäre Formation zwischen der Kreide- und der Tertiär-Periode
aufgestellt, später aber fast allgemein der ersteren, nämlich
der Kreide-Periode, zugewiesen. Bei Szaszcsor sind diese Gosau-Petrefacten
für die Tertiär-Zeit in Anspruch zu nehmen, und die
Gliederung der siebenbürgischen, auch durch ihren Reichthum an
Steinsalz so merkwürdigen Tertiär - Formation enthält durch sie
erhöhtes Interesse. Andere organische Reste sind mir in der Olähpiäner
Gegend nicht bekannt geworden. In den Umgehungen von
Hermannstadt hei Szakadat linden sich aber in diesen unteren Tertiär-Schichten
Fische und Seetange. Die letzteren sind durch den
verstorbenen Grafen Sternberg, dem ich sie mittheilte, in der
Flora der Vorwelt, irrthümlicli als einer früheren geologischen Periode
angehörig, beschrieben worden. Es heisst nämlich da (Band II,
S. 35) bei Beschreibung von zwei neuen Cystoseirites-Arten:
in formatione inter schistum jurassicum. et cretam interposita
(dies müsste also die Wealden- oder die Neocomien-Bildung
sein) a Partscli Molasse dicta. Die reichen Lager von
Tertiär-Versteinerungen von Ober- und Unter-Pestes oder Bujtur,
von Rakosd und anderen Orten der von Olähpian westlich. liegenden
Hunyader Gespannschaft, die mit denen des Wiener Beckens
so viel Analogie zeigen, gehören den oberen Tertiär-Schichten an.
Die Basis der ganzen siebenbürgischen Tertiär-Ablagerung dürften,
neueren Ansichten zu Folge, die Nummuliten-Kalke machen. Diese
treffen an mehreren Stellen des, das siebenbürgische Becken umgebenden
Gebirgsrandes, auf und lose Nummuliten sind zuweilen in
solcher Menge über dem Boden verbreitet, dass sie, wie in Ägypten
und anderen Ländern, zu Volkssagen Veranlassung gaben.