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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Über  die  gcognostischen  Verhältnisse  von  Olähpian»

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zuzuzählen  sein.  Hinsichtlich  des  paläontologischen  Charakters  desselben ­
  hat  mir  in  der  Olähpiäner  Gegend  die  Umgebung  des  Dorfes
Szaszcsor  überraschenden  Aufschluss  gegeben.  In  den  untersten
allda  durch  Wasserrisse  entblössten  Schichten  von  Sand  und  Sandstein, ­
  die  aber  mit  den  oberen  parallele  Lagerung  haben,  erscheint
jene  grosse  Art  von  Tornatella  (Tornatella  gigantea  Soiv.  Acteonella
  gigantea  d'Orb.),  die  an  der  Wand  hei  Wiener  Neustadt,
bei  Lunz,  in  der  Gams,  hei  Hieflau,  hei  Windiscligarsten  und  an
anderen  Orten  in  den  österreichischen  und  steiermärkischen  Alpen
die  sogenannten  Gosauschiehten  charakterisirt.  Diese  wurden  bekanntlich ­
  zuerst  von  den  Herren  Murchison  und  Sedgwick  als
eine  intermediäre  Formation  zwischen  der  Kreide-  und  der  Tertiär-Periode
  aufgestellt,  später  aber  fast  allgemein  der  ersteren,  nämlich
der  Kreide-Periode,  zugewiesen.  Bei  Szaszcsor  sind  diese  Gosau-Petrefacten
  für  die  Tertiär-Zeit  in  Anspruch  zu  nehmen,  und  die
Gliederung  der  siebenbürgischen,  auch  durch  ihren  Reichthum  an
Steinsalz  so  merkwürdigen  Tertiär  -  Formation  enthält  durch  sie
erhöhtes  Interesse.  Andere  organische  Reste  sind  mir  in  der  Olähpiäner ­
  Gegend  nicht  bekannt  geworden.  In  den  Umgehungen  von
Hermannstadt  hei  Szakadat  linden  sich  aber  in  diesen  unteren  Tertiär-Schichten ­
  Fische  und  Seetange.  Die  letzteren  sind  durch  den
verstorbenen  Grafen  Sternberg,  dem  ich  sie  mittheilte,  in  der
Flora  der  Vorwelt,  irrthümlicli  als  einer  früheren  geologischen  Periode ­
  angehörig,  beschrieben  worden.  Es  heisst  nämlich  da  (Band  II,
S.  35)  bei  Beschreibung  von  zwei  neuen  Cystoseirites-Arten:
in  formatione  inter  schistum  jurassicum.  et  cretam  interposita
  (dies  müsste  also  die  Wealden-  oder  die  Neocomien-Bildung
  sein)  a  Partscli  Molasse  dicta.  Die  reichen  Lager  von
Tertiär-Versteinerungen  von  Ober-  und  Unter-Pestes  oder  Bujtur,
von  Rakosd  und  anderen  Orten  der  von  Olähpian  westlich.  liegenden ­
  Hunyader  Gespannschaft,  die  mit  denen  des  Wiener  Beckens
so  viel  Analogie  zeigen,  gehören  den  oberen  Tertiär-Schichten  an.
Die  Basis  der  ganzen  siebenbürgischen  Tertiär-Ablagerung  dürften,
neueren  Ansichten  zu  Folge,  die  Nummuliten-Kalke  machen.  Diese
treffen  an  mehreren  Stellen  des,  das  siebenbürgische  Becken  umgebenden ­
  Gebirgsrandes,  auf  und  lose  Nummuliten  sind  zuweilen  in
solcher  Menge  über  dem  Boden  verbreitet,  dass  sie,  wie  in  Ägypten
und  anderen  Ländern,  zu  Volkssagen  Veranlassung  gaben.
            
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