Bestimmung der trig. Functionen etc. 467
in welchem Falle natürlich dieser Complementwinkel (A) negativ
betrachtet werden muss.
In der diesem Aufsatze beigefügten Tafel I sind die Sinus und
Tangenten für die ganzen Quadranten von Grad zu Grad mit 30
Decimalen enthalten *). Offenbar kann das Bedürfnisseiner so grossen
Genauigkeit in der Wirklichkeit nicht Vorkommen; allein dieseHiilfstafel
soll auch für jene Fälle brauchbar sein, wo es sich um äusserst
kleine Angularbewegungen handelt, welche in einem Zeiträume von
vielen Jahrhunderten nur um wenige Grade fortschreiten. Um solche
Bewegungen in ihrem Werthe für die einzelnen Jahre des ganzen
betreffenden Zeitraumes genau darstellen zu können, bedarf es nur
der genauem Berechnung derselben für wenige einzelne Jahre, um
sodann mittelst der Differenzen die weitere Bestimmung mit Leichtigkeit
fortsetzen zu können 3 ).
1 ) Allo Sinus und Tangenten dieser Tafel wurden erprobt und können daher
als verlässlich betrachtet werden. Von der Richtigkeit der Sinus kann
sich übrigens jeder Zweifler durch einen sehr einlachen Vorgang überzeugen.
Da nämlich der Sinus von 30°=~ ist, so ist
sin (30° -f w)=-j cos n -f cos 30° . sin w,
sin (30° — n) = y cos n — cos 30°. sin n.
Daraus folgt durch die Addition
sin (30° -j- n) -|- sin (30° — n) = cos n = sin (90° — n).
Nach diesem allgemeinen Ausdrucke werden durch eine einfache
Addition stets drei Sinus auf einmal erprobt. Setzen wir nämlich nach
einander n= 1 , 2,3 ... 29 Grad, so erhalten wir: sin 31° -j- sin 29° =
sin 89°; sin 3 2° -f sin 28° = sin 88°; sin 33° -f sin 27° = sin 87°; u. s. w.
bis sin 59° -f sin l° = sin 61°. Nach der Durchführung dieser 29 einfachen
Additionen und nach Abschlag der bekannten Sinus von 30° und 90°, erübriget
zur Erprobung nur noch sin 60°= 3, welcher ebenfalls leicht bestimmt
werden kann. — Der Unterschied von einer Einheit in der letzten
Decimale, welcher bei einigen Additionen zum Vorschein kommen wird, lässt
sich als die nothwendige Folge der weggelassenen 31. Decimalen erklären.
”) Ich werde von dieser leichten Bestimmungsmethode, nach welcher auch
die im zweiten Hefte der Sitzungsberichte bruchstückweise mitgethcilte
logarithmische Tafel mit 20 Decimalen berechnet wurde, in einem Aufsatze
über die Reihen das Nöthigc erwähnen.
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