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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

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T  li.  VV  e  r  t  h  e  i  m.

müsste  denn  im  Verlaufe  weiterer  Erfahrungen  im  Gebiete  der  organischen ­
  Chemie  sich  bewogen  finden,  diesem  Begriffe  eine  viel  weitere ­
  Ausdehnung  zu  gehen.  Aber  unsere  Annahme,  dass  im  Piperin
eine  elektronegative  Gruppe  neben  einer  basischen  enthalten  sei,  ist
vielleicht  auch  geeignet,  den  unbestimmten  Charakter  des  Piperins
als  Base  und  seine  überaus  schwache  Verwandtschaft  zu  den  ausgesprochensten ­
  Säuren  zu  erklären;  bekanntlich  war  man  selbst
lange  Zeit  in  Zweifel,  ob  das  Piperin  wirklich  zu  den  Alkaloiden  zu
zählen  sei.
Aus  dieser  Erklärung  des  mitgetheilten  Zersetzungsprocesses
geht  hervor,  dass  unter  den  erwähnten  Umständen  nur  die  Hälfte
des  im  Piperin  enthalten  gedachten  Picolins  gewonnen  wird.
Es  schien  nun  nicht  uninteressant  zu  erfahren,  ob  die  Zersetzung ­
  durch  Erhöhung  der  Temperatur  nicht  noch  weiter  geführt
werden  könnte,  so  dass  auch  das  2te  Äq.  Picolin  in  Freiheit  gesetzt
und  vielleicht  die  einfache  elektronegative  Gruppe  Q B H S0 N  O l0
gewonnen  würde?  Wirklich  kann  man  die  Ausbeute  an  Picolin  nicht
unbeträchtlich  vermehren,  wenn  man  die  Temperatur  des  Ölbades
bis  über  200°  Celsius  steigert;  aber  bei  dieser  Temperatur  geht
zugleich  mit  dem  Picolin  eine  bedeutende  Menge  von  Ammoniak  über.
In  dem  wässerigen  Auszuge  des  Rückstandes  in  der  Retorte  befindet
sich  nun,  durch  das  freie  Alkali  in  Auflösung  erhalten,  eine  eigenthümliche
  Substanz,  die  durch  die  Übersättigung  der  Flüssigkeit  mit
Salzsäure  in  gelben  Flocken  daraus  gefällt  wird.  Die  erhaltene  Ausbeute ­
  war  jedoch  unbedeutend.  Die  Substanz  ist  stickstofffrei;  ihre
Analyse  gab  folgendes  Resultat:  0,1406  Grm.  Substanz  gaben  mit
chromsaurem  Bleioxyd  verbrannt  0,3683  Grm.  Kohlensäure  und
0,0716  Grm.  Wasser.
Dies  entspricht  in  100  Theilen:
Gefunden:  Berechnet:
Kohlenstoff.  .71,41  —  C 5S  —  71,45
Wasserstoff  .  5,65  —  H„ n  —  5,54
Sauerstoff  .  .  22,94  —  0 14  —  23,01
Es  fehlte  uns  an  Material  für  eine  zweite  Analyse.  Nach  dem
Ergebnisse  dieser  Einen,  die  mit  um  so  grösserer  Sorgfalt  ausgeführt ­
  wurde,  kann  die  Zusammensetzung  des  Körpers,  der  durch
diesen  fortgeschrittenen  Zersetzungsprocess  entstanden  war,  durch
die  Formel  C 5g  H äl  0 14  ausgedrückt  werden.  Es  gelingt  also,
            
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