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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Über  das  Piperin.

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Die  Salzsäure  löst  das  in  dem  Rückstand  enthaltene  Kalkhydrat  auf.
Der  vom  Kalk  befreite  Rest  suspendirt  sich  nun  in  der  Form  von
braunen  Flocken  in  der  Flüssigkeit;  allein  in  dem  Masse  als  das
Kochen  fortgesetzt  wird,  bemerkt  man,  dass  die  Flocken  sich  zusammenballen ­
  und  vereinigen  und  eine  weiche  homogene  und  compacte ­
  Masse  von  dunkelbrauner  Farbe  bilden;  die  Flüssigkeit  erscheint ­
  dann  vollkommen  geklärt.  Nimmt  man  nun  den  weichen  Harzkuchen ­
  aus  der  heissen  Flüssigkeit  und  spült  ihn  einige  Augenblicke
mit  etwas  Wasser  von  gewöhnlicher  Temperatur  ab,  so  nimmt  er
augenblicklich  eine  vollkommen  spröde  Reschaffenheit  an  und  kann
nach  dem  Trocknen  ohne  Schwierigkeit  gepulvert  werden.  Er  enthält ­
  nun  immer  noch  eine  bedeutende  Menge  von  Kalkhydrat,  das
eben  durch  das  geschilderte  Zusammenhallen  der  Einwirkung  der
Salzsäure  entzogen  wird.  Man  muss  desshalb  die  gepulverte  Masse
neuerdings  anhaltend  mit  verdünnter  Salzsäure  digeriren.  Hat  man
den  erhaltenen  Harzkuchen  auf  diese  Weise  zwei-  bis  dreimal  umgeschmolzen ­
  ,  so  wird  er  gewaschen,  getrocknet  und  endlich  in  absolutem ­
  Weingeist  in  der  Siedhitze  aufgelöst.  Hat  man  zur  Auflösung
nicht  eine  bedeutende  Menge  von  Alkohol  angewendet,  so  fällt  beim
Erkalten  ein  grosser  Theil  der  aufgelösten  Substanz  in  harzartigen
Klümpchen  heraus;  so  lange  dies  geschieht,  muss  man  unter
erneuertem  Zusatz  von  Alkohol  die  Flüssigkeit  abermals  zum  Sieden
bringen.  Die  erkaltete  Auflösung  wird  vorsichtig  mit  geringen  Mengen ­
  von  Wasser  versetzt,  bis  sich  eine  leichte  Trübung  zeigt.  Man
kann  die  Flüssigkeit,  wenn  man  diesen  Funkt  sorgfältig  beobachtet,
nun  ganze  Tage  stehen  lassen,  ohne  dass  sich  der  geringste  Niederschlag ­
  bildet.  Die  vollständigste  Fällung  tritt  aber  augenblicklich
ein,  sobald  man  zur  Flüssigkeit  ein  paar  Tropfen  Salzsäure  hinzufügt. ­
  Der  so  gewonnene  Niederschlag  bildet  zarte  isabellgelbe
Flocken  von  sehr  voluminöser  Beschaffenheit.  Auf  einem  Filtrum
gesammelt,  mit  kaltem  Wasser  ausgewaschen  und  bei  100°  getrocknet, ­
  stellt  er  ein  zartes,  blassgelbes,  vollkommen  geschmackloses
Pulver  dar,  von  so  starker  elektrischer  Disposition,  dass  es  beim
Reiben  mittelst  eines  Pistilles  ausserordentlich  stark  stäubt.  Hat
man  den  Niederschlag  unter  der  Glocke  der  Luftpumpe  bei  gewöhnlicher ­
  Temperatur  getrocknet,  so  besitzt  er  diese  elektrische  Eigenschaft ­
  in  geringerem  Grade.  Aus  diesem  Grunde  wurde  zum  Behufe
der  Analyse  die  Trocknung  der  Substanz  unter  der  Luftpumpe
            
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