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Es kann mithin nicht bezweifelt werden, dass die flüchtige
Basis, die man durch den eben beschriebenen Process aus dem Piperin
erhält, in der That Picolin ist. Als wir die vorläufige Notiz publicirten,
deren ich zu Anfang dieser Abhandlung Erwähnung gethan,
hatte Herr Anderson seine schöne Arbeit über diese von ihm entdeckte
Basis noch nicht veröffentlicht. Wir hielten daher damals
unsere flüchtige Basis für Anilin, indem wir uns einzig und allein auf
die oben erwähnten Zahlenresultate stützten. Was die Abweichung
in dem Verhalten anbelangt, die wir anführten, so lässt sie sich vielleicht
aus dem Umstande erklären, dass wir zu dieser Beaction eine
ziemlich bedeutende Menge von der Basis und von Albumin anwendeten,
und dass wir das Besultat der Einwirkung erst nach einer
starken Viertelstunde der Beobachtung unterzogen.
Nachdem wir durch diese Besultate die Zusammensetzung des
flüchtigen Productes der Destillation festgestellt hatten, erübrigte
uns nur noch die Untersuchung des festen Bückstandes in der
Betörte. Die Mischung nimmt im Verlaufe der Operation eine dunkelzimmtbraune
Farbe an. So lange die Erhitzung dauert, ist sie
von weicher Consistenz, indem das Piperin bei dieser Temperatur
schmilzt. Nach dem Erkalten stellt sie sich als eine harte zusammengesinterte
Masse dar. Wenn die Erhitzung lange genug fortgesetzt
worden ist, so enthält diese Masse nur sehr wenig unverändertes
Piperin, aber eine grosse Menge eines neuen Productes, welches
man durch folgenden Vorgang in reinem Zustande erhalten kann.
Man behandelt die pulverisirte Masse zu wiederholten Malen mit
grossen Quantitäten von Wasser; zu diesem Behufe darf man jedoch
kein warmes Wasser anwenden, weil sonst die Theilchen zusammenbacken
und das Wasser die Masse nicht mehr durchdringen kann.
Nachdem man auf diese Weise^ den Überschuss des Kalihydrates
entfernt hat, behandelt man den getrockneten und neuerdings
gepulverten Rückstand mehrere Stunden hindurch mit kaltem
Alkohol, um die Spuren von Piperin wegzubringen, die noch vorhanden
sein können. Hierauf übergiesst man den Rückstand mit
hcissem Wasser, zu welchem man einen Überschuss von Salzsäure
hinzufügt, und lässt die saure Flüssigkeit einige Zeit hindurch
kochen. Man muss hierbei die Vorsicht beobachten, die
Salzsäure nur allmählich zuzusetzen, um eine allzu rasche und stürmische
Entwickelung der freiwerdenden Kohlensäure zu verhüten,