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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

454  Tb.  Wert  heim.

lang  der  freiwilligen  Verdunstung  überlassen.  Nach  Verlauf  von
12—24  Stunden  zeigen  sich  die  ersten  Krystalle;  ihre  Menge  nimmt
dann  fortwährend  zu  und  man  erhält,  wenn  man  hinlänglich  concentrirte
  Auflösungen  angewendet  hat,  eine  sehr  reichliche  Ausbeute.
Die  Krystalle,  die  man  auf  diese  Weise  erhält,  sind  so  gross  und
compact,  dass  man  sie  auf  einem  Trichter  mit  etwas  enger  Mündung
ohne  Verlust  sammeln,  und  durch  Bespülen  mit  starkem  Weingeiste
von  der  anhängenden  Mutterlauge  befreien  kann.  Das  so  dargestellte
Piperin-Platinchlorid  ist  im  Wasser  äusserst  wenig  löslich;  in  Berührung ­
  mit  grösseren  Mengen  davon,  scheint  es  eine  theilweise  Zersetzung ­
  zu  erleiden,  wobei  Salzsäure  frei  und  dem  Anscheine  nach
unverändertes  Piperin  ausgeschieden  wird.  Auf  die  Zunge  gebracht,
verursacht  es  einen  stark  brennenden  Geschmack,  der  vielleicht  durch
diese  Zersetzung  bedingt  ist.  In  kaltem  Weingeist  ist  das  Piperin-Platinchlorid
  ziemlich  leicht  auflöslich,  weit  löslicher  aber  in  kochendem ­
  Alkohol.  Bei  der  Abkühlung  wird  fast  die  ganze  Menge  als  feurig
orangegelbes  krystallinisches  Pulver  ausgeschieden.  Das  Piperin-Platinchlorid
  lässt  sich  unverändert  hei  100°  trocknen;  hei  nicht  viel
höherer  Temperatur  schmilzt  es  und  zersetzt  sich  unter  starkem  Aufblähen. ­
  Die  Analyse  des  Piperin-Platinchlorides  gab  folgende  Resultate:
1)  0,3967  Grm.  der  Verbindung  hinterliessen  beim  Glühen  im
Platintiegel  0,0500  Grm.  metallisches  Platin.
2)  0,7983  Grm.  hinterliessen  beim  Glühen  im  Platintiegel
0,1010  Grm.  metallisches  Platin.
3)  0,5877  Grm.  hinterliessen  auf  dieselbe  Weise  behandelt
0,0749  Grm.  metallisches  Platin.
4)  0,6552  Grm.  hinterliessen  endlich  0,0837  Grm.  metallisches
Platin.
Ferner  gaben:
1)  0,3196  Grm.  Substanz  hei  der  Verbrennung  mittelst  Kupferoxydes ­
  0,6400  Grm.  Kohlensäure  und  0,1576  Grm.  Wasser.
2)  0,3781  Grm.  Substanz  lieferten  auf  dieselbe  Weise  verbrannt
0,7544  Grm.  Kohlensäure  und  0,1838  Grm.  Wasser.
3)  0,3486  Grm.  von  anderer  Bereitung  gaben  mittelst  chromsauren ­
  Bleioxydes  verbrannt  0,6973  Grm.  Kohlensäure  und
0,1652  Grm.  Wasser.
4)  0,4970  Grm.  gaben  bei  der  Verbrennung  mittelst  chromsauren
Bleioxydes  0,2262  Grm.  Wasser.
            
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