Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

452

Haidinger.  Über  den  Glanz  der  Körpör.

Glasglanz  ist  die  Intensität  desselben  unter  dem  Polarisationswinkel
verschwindend,  sie  ist  deutlich  hei  den  hellfarbigen  Körpern,  welche
Diamantglanz  besitzen,  sie  wächst  endlich  noch  hei  den  metallisch
glänzenden  Körpern.
Die  Arten  des  Glanzes  sind  also  nicht  bloss  Verschiedenheiten,
die  lediglich  unserem  Bewusstsein  durch  empirische  Wahrnehmung
zugeführt  werden,  sondern  sie  sind  in  dem  Wesen  der  Körper  selbst
begründet  und  hängen  genau  mit  allen  ihren  übrigen  Eigenschaften
zusammen.  Aber  das  menschliche  Auge  ist  so  wunderbar  gebildet,
dass  die  Eindrücke  auf  die  Netzhaut  verschieden  empfunden  werden,
wenn  das  Licht  in  der  Einfallsebene  oder  wenn  es  senkrecht  auf  dieselbe ­
  polarisirt  ist,  und  dieser  unabweisliche  Unterschied  ist  es,  den
den  man  längst  in  den  Ausdrücken  Glasglanz,  Diamantglanz,  Metallglanz ­
  verzeichnet  hat.
Bei  der  Aufzählung  einiger  neu  untersuchten  Körper  wünschte
ich  hier  noch  der  Aufmerksamkeit  der  Naturforscher  die  zahlreichen
Beispiele  zu  empfehlen,  welche  den  Diamantglanz  mit  dem  Metallglanz ­
  verbinden,  und  welche  man  jetzt  erst  einer  näheren  Betrachtung ­
  zu  unterziehen  beginnt.
In  der  neuesten  Zeit  hat  Herr  Ja  min  die  physikalischen  Gesetze,
auf  welchen  die  Erscheinungen  der  Zurückstrahlung,  also  auch  des
Glanzes  und  der  Farben,  beruhen,  zu  dem  Gegenstände  höchst  interessanter ­
  und  wichtiger  Forschungen  gemacht.  Von  der  einen  Seite
fand  er,  wie  in  Herschel’s  Versuch,  dass  es  keine,  das  Licht  vollständig ­
  polarisirende  Substanz  gebe  *).  Aber  auch  tlie  von  Brewster
zuerst  beschriebene  farbige  Polarisation  der  Metalle,  durch  mehrfache
Reflexion  hervorgebracht,  kommt  dabei  zur  Sprache  und  findet  ihre
Erklärung 3 ).  Während  dort  der  Intensitäts-Unterschied  der  beiden
um  ein  Azimuth  von  90°  von  einander  abweichenden  Bündel  am
grössten  ist,  verschwindet  er  hier  bis  auf  geringe  Wertlie,  die  erst
absichtlich  verfolgt  und  vergrössert  dargestellt  werden  müssen,  um
ansehnlichere  Differenzen  in  numerischen  Ausdrücken  zu  erhalten.

*)  PoggcndorfT’s  An».  1848,  Nr.  6,  Bd.  LXXIV,  S.248.  Comptes  rendus,  Tom.  XXVI,
p  383.
3 )  Pogg.  1848,  Nr.  8,  Bd.  LXXIV,  S.  528.  Ann.  de  Cliim.  etc.  Ser.  III,  Tom.  XXII,
p.  311.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.