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Haidinger. Über den Glanz der Körpör.
Glasglanz ist die Intensität desselben unter dem Polarisationswinkel
verschwindend, sie ist deutlich hei den hellfarbigen Körpern, welche
Diamantglanz besitzen, sie wächst endlich noch hei den metallisch
glänzenden Körpern.
Die Arten des Glanzes sind also nicht bloss Verschiedenheiten,
die lediglich unserem Bewusstsein durch empirische Wahrnehmung
zugeführt werden, sondern sie sind in dem Wesen der Körper selbst
begründet und hängen genau mit allen ihren übrigen Eigenschaften
zusammen. Aber das menschliche Auge ist so wunderbar gebildet,
dass die Eindrücke auf die Netzhaut verschieden empfunden werden,
wenn das Licht in der Einfallsebene oder wenn es senkrecht auf dieselbe
polarisirt ist, und dieser unabweisliche Unterschied ist es, den
den man längst in den Ausdrücken Glasglanz, Diamantglanz, Metallglanz
verzeichnet hat.
Bei der Aufzählung einiger neu untersuchten Körper wünschte
ich hier noch der Aufmerksamkeit der Naturforscher die zahlreichen
Beispiele zu empfehlen, welche den Diamantglanz mit dem Metallglanz
verbinden, und welche man jetzt erst einer näheren Betrachtung
zu unterziehen beginnt.
In der neuesten Zeit hat Herr Ja min die physikalischen Gesetze,
auf welchen die Erscheinungen der Zurückstrahlung, also auch des
Glanzes und der Farben, beruhen, zu dem Gegenstände höchst interessanter
und wichtiger Forschungen gemacht. Von der einen Seite
fand er, wie in Herschel’s Versuch, dass es keine, das Licht vollständig
polarisirende Substanz gebe *). Aber auch tlie von Brewster
zuerst beschriebene farbige Polarisation der Metalle, durch mehrfache
Reflexion hervorgebracht, kommt dabei zur Sprache und findet ihre
Erklärung 3 ). Während dort der Intensitäts-Unterschied der beiden
um ein Azimuth von 90° von einander abweichenden Bündel am
grössten ist, verschwindet er hier bis auf geringe Wertlie, die erst
absichtlich verfolgt und vergrössert dargestellt werden müssen, um
ansehnlichere Differenzen in numerischen Ausdrücken zu erhalten.
*) PoggcndorfT’s An». 1848, Nr. 6, Bd. LXXIV, S.248. Comptes rendus, Tom. XXVI,
p 383.
3 ) Pogg. 1848, Nr. 8, Bd. LXXIV, S. 528. Ann. de Cliim. etc. Ser. III, Tom. XXII,
p. 311.