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Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

Ober  den  Glanz  der  Körper.

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wenig  ins  Blaue  geneigt.  Dies  ist  der  Fall  beim  Uranerz,  bei  manchem ­
  Zinnstein,  Pyrolusit,  Manganit.
2.  Magneteisenstein,  vorzüglich  Eisenglanz,  geben  ein  Blau
von  nicht  unbedeutendem  Eindrücke.
3.  Eine  besondere  Abtheilung  machen  diejenigen  Körper,  welche
unter  dem  Polirstahle,  oder  mit  einem  glatten  Messer  auf  eine  mattgeschliffene
  Glasfläche  gestrichen,  so  wie  es  oben  beim  Jodblei
erwähnt  ist,  einen  gewissen  Grad  von  Glanz  annehmen.
So  der  Kupferindig  von  Sangerhausen.  Das  obere  Bild  O  ist  in
allen  Azimuthen  dunkel  schwärzlich  bleigrau;  hei  grösseren  Einfalls-Avinkeln
  wird  der  Glanz  stärker,  dadurch  die  Farbe  scheinbar  weisslicli,
  ohne  Blau.  Im  unteren  Bilde  E  neigt  sich  die  metallisch  bleigraue ­
  Farbe  bei  grösseren  Einfallswinkeln  immer  mehr  ins  Blaue,
das  Bild  wird  schön  stahlblau,  endlich  bei  noch  stärkerer  Steigung
violblau.
Fremy’s  Zinnoxydul,  das  ich  Wöliler  verdanke,  hat  eine
dunkel  bleigraue  ins  Eisenschwarze  fallende  Farbe;  auf  den  starkglänzenden ­
  kleinen  Krystallen  zeigt  sich  sogar  ein  Violetgrau.  Das
obere  Bild  wird  bei  grösseren  Einfallswinkeln  immer  weisser;  das
untere,  mehr  blau,  geht  durch  Stahlblau  in  ein  unvollkommenes
Speisgelb.
Das  übermangansaure  Kali,  das  Herr  General-Probirer  A.  L  ö  w  e
freundlichst  für  mich  bereitete,  gleichviel  in  glänzenden  Krystallen
oder  aufpolirt,  gibt  als  Durchsichtigkeitsfarbe  ein  schönes  röthliches
Violblau,  so  dunkel,  dass  Krystalle  ganz  undurchsichtig  erscheinen.
Ganz  frisch  aufgestrichen  oder  krystallisirt  ist  der  Glanz  metallisch,
die  Farbe  speisgelb.  Durch  die  dichroskopische  Loupe  theilen  sich
die  zurückgeworfenen  Farben  im  oberen  und  unteren  Bilde.  Das  obere
wird,  von  dem  senkrechten  Einfalle  beginnend,  immer  heller  und
heller  ins  Weisse,  je  grösser  die  Neigung  wird;  das  untere  zeigt  in
der  Aufeinanderfolge  die  nachstehenden  Töne:  spcisgelb,  goldgelb,
messinggelb,  pistaciengoldgrün,  grasgrün,  spangrün,  stahlgrün.  Die
frische  speisgelbe  Farbe  der  Krystalle  und  polirten  Flächen  ist  nicht
beständig.  Die  Oberfläche  wird  sehr  bald  violet,  dann  erscheint  das
obere  Bild  O  bei  grösserem  Einfallswinkel  immer  heller  ins  Weisse,
das  untere  Bild  E,  erst  violet,  wird  immer  dunkler,  dann  fast  ausgelöscht, ­
  und  nimmt  endlich  mit  einem  grünen  Ton  an  Helligkeit
wieder  zu.

Sitzb.  d.  mathem.-naturw.  CI.  I.  Bd.

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