Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften Sitzungsberichte der mathematisch-naturwissenschaftlichen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 1. Band, (Jahrgang 1848)

446

Hai  d  i  ng  er.

Forschung  hingewiesen  zu  haben.  Für  die  gegenwärtige  Untersuchung
genügt  es,  die  Thatsache  hervorzuheben,  dass  es  zwischen  den  Körpern ­
  mit  linearer  und  circularer  Polarisation  viele  Zwischenglieder
gebe,  in  welchen  die  beiden  zurückgeworfenen  Lichtbündel  verschiedene ­
  Intensitäten  zeigen.
Untersucht  man  die  Reflexion  von  was  immer  für  einer  Fläche  t,
gewisser  Körper  durch  die  dichroskopische  Loupe  unter  dem  Polarisationswinkel, ­
  so  geht  das  sämmtliche  in  der  Einfallsebene  polarisirte
  Licht  in  das  obere  ordinäre  Bild.  Ist  die  Polarisation  möglichst
vollständig,  so  bleibt  in  dem  unteren  Bilde  die  Farbe  übrig,  ganz
matt  oder  glanzlos;  den  Glanz  nimmt  das  obere  Bild  allein  hinweg.
Glanzlose  Körper,  vorzüglich  schön  die  Blumenblätter,  aber  auch
mattes  Papier  und  dergleichen,  oder  auch  glänzende  Körper,  von
einem  hellen  Lichte  seitwärts  erleuchtet,  geben  beide  Bilder  gleich.
Es  geht  eben  so  viel  Licht  in  das  obere  wie  in  das  untere  Bild.  Man
kann  daraus  schliessen,  dass  die  ursprüngliche  Polarisation  des  Lichtes, ­
  welches  die  Farbe  des  Körpers  im  Auge  erregt,  die  des  gewöhnlichen ­
  Lichtes  sei,  weder  vorzugsweise  in  der  Einfallsebene,  noch
senkrecht  darauf,  noch  in  was  immer  für  einer  Art,  sondern  gleichförmig ­
  nach  allen  Richtungen  polarisirt.  Nimmt  nun  der  gleichzeitige
Eindruck  des  Glanzes  in  dem  oberen  ordinären  Bilde  den  Eindruck
der  Farbe  hinweg,  oder  übertäubt  er  ihn,  so  bleibt  gewiss  nichts
destoweniger  der  Abgang  von  irgend  einer  Polarisation  in  der  Farbe
klar,  die  erst  im  unteren  Bilde  der  dichroskopischen  Loupe  als  extraordinär
  polarisirt  erscheint.
Bei  dem  Gegensätze  von  Glanz  und  Farbe  hat  Bolzen  hart
neuerlich  wieder 1 )  darauf  aufmerksam  gemacht,  dass  das  Licht,
welches  in  der  Farbe  wieder  kommt,  in  den  Körper  eingedrungen
gewesen  und  im  Innern  zum  Theil  absorbirt  sein  muss.  Erhält  aber
das  Auge  durch  die  dichroskopische  Loupe  von  einem  Körper  ,  durch
Zurückstrahlung  unter  einem  beliebigen  Winkel,  im  oberen  Bilde
zwar  mehr  Glanz,  im  unteren  doch  auch  Glanz  und  Farbe,  und
erscheint  dieses  Verhältniss  gleich  in  allen  Azimuthen,  so  muss  nothwendig
  die  Modification  des  Lichtes  an  der  Oberfläche  in  dreierlei
Weise  geschehen:

*)  Berichte  über  die  Mittheilungen  von  Fr.  der  N.  in  Wien.  I,  S.  18.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.